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Australienreise vom 7. März bis zum 8. April 2004
Die Idee für unsere Australienreise entstand am 17. 10. 1998. An diesem Tag lernte ich Claudia kennen. Bei diesem Gespräch erzählte sie von ihrem vierwöchigem Amerikaurlaub und ich erwähnte, dass ich gern mal nach Australien reisen würde. Auch sie schien diesem Gedanken nicht abgeneigt. 5 Jahre später sollte dieser Wunsch erfüllt werden.
Herbst 2003: Durch eher unglückliche Umstände (meiner Arbeitslosigkeit bzw. nicht so erfolgreichen Selbstständigkeit) ergab es sich, dass ich voraussichtlich im März 2004 genug Freizeit haben sollte, um 5 Wochen Urlaub zu haben. Da Claudia ihren Jahresurlaub für 2004 noch nicht eingereicht hatte, überlegten wir uns, ob wir nicht unseren gemeinsamen Traum im März 2004 wahr werden lassen sollten. Wir kauften uns also einen Reiseführer von Australien.
Über den ungefähren Reiseverlauf waren wir uns schnell einig: Wir wollten eine Woche im Outback verbringen, ca. 2-3 Wochen an der Küste von Adelaide nach Sydney fahren und noch einige Tage in Sydney verbringen. Als Stopover-Ziel für den Hinflug bestand ich auf Hong Kong. Anfangs hatten wir noch überlegt, in die Tropen zu fliegen, aber nachdem wir von Claudias Freundin (die kurz vorher in Australien war) erfahren hatten, dass es dort unerträglich schwül ist, entschieden wir, die Tropen auszulassen (das passte auch besser in unseren Zeitrahmen). Die nächste Überlegung betraf unser Transportmittel: Mietwagen oder Campervan? Da ich recht groß (2 Meter) und auch keine sportliche Figur habe, dachte ich erst an einen Mietwagen. Zudem waren wir kurze Zeit später auf einer Caravanmesse, und ich konnte in dem Wagen nur unbequem sitzen. Der Nachteil war aber, dass wir dann Cabins (kleine Häuser auf den Campingplätzen) vorbuchen müssten und damit an eine feste Reiseroute gebunden wären. Da wir lieber unabhängig sein wollten, entschieden wir uns also für den Van. Nachdem dies nun klar war, schrieben wir mehrere Reiseveranstalter an und holten Angebote für unsere „Traumreise“ ein. Besonders gut gefiel uns das Angebot der Firma Kangaroo Tours, da es ziemlich genau dem entsprach, was wir uns vorgestellt hatten. Da auch unsere finanzielle Situation akzeptabel war (hierzu ein großes DANKE an unsere Eltern), beschlossen wir, das Angebot anzunehmen und die Reise zu buchen. Das Angebot sah so aus:
Flug mit BA von Berlin nach London Flug mit Cathay Pacific von London nach Hongkong Zwei Übernachtungen im Hotel Miramar **** Flug mit Cathay Pacific von Hongkong nach Cairns Weiterflug mit Quantas nach Alice Springs Eine Übernachtung im Alice Springs Ressort *** Fünf Tage KEA 4WD-Camper Weiterflug mit Quantas nach Adelaide Drei Übernachtungen im Directors Studio Appartements *** in Adelaide (2 + 1Nacht) Dazwischen Selfdrive Tour auf Kangaroo Island mit Übernachtung in der Kangaroo Island Lodge**** + Mietwagen 16 Tage KEA 2 Bett Deluxe Campervan (Abgabe in Sydney) Drei Übernachtungen im Simpsons of Potts Point Hotel **** in Sydney Flug mit Cathay Pacific von Sydney via Hongkong nach London Flug mit BA von London nach Berlin
Die Preise möchte ich hier nicht nennen, aber es hätte schon für einen guten gebrauchten Kleinwagen gereicht. Da wir aber zwei Autos haben, entschieden wir uns für die Reise. Das Angebot schlug uns übrigens für das Stopoverprogramm ein 5 Sterne Hotel vor, aber das war für uns nicht nötig. Außerdem war in Adelaide erst ein anderes Hotel vorgesehen, welches aber mittlerweile ausgebucht war. Zudem riet man uns in der Wüste lieber an einer organisierten Tour teilzunehmen, aber diese Touren waren nur 3 Tage lang (was uns zu kurz erschien). Herr Stock vom Reisebüro bot an, uns die Visa für Australien zu besorgen. Ein Angebot, was wir gern annahmen (und das später noch Folgen haben sollte). Nachdem alles geklärt war und alle Unklarheiten beseitigt waren (auf unseren Vouchers fehlte in Sydney das Frühstück und die Abfahrzeit für Kangaroo Island stimmte nicht (es stand AM statt PM), stand unserer Reise nichts mehr im Wege.
Sonntag, 7. März 2004: Abflug Ein wenig aufgeregt waren wir schon vor unserer großen Reise. Deshalb war die Nacht für uns doch recht kurz, zumal wir schon um 7:55 Uhr nach London fliegen sollten. Wir ließen uns also von Eltern um 5:30 zum Flughafen Tegel fahren. Wir wollten möglichst früh am Abflugschalter sein, um uns gute Plätze für den Flug nach Hongkong zu sichern. Da bei unseren Reiseunterlagen auch die Flugzeugtypen erwähnt waren, wussten wir, dass es in der Boeing 747 ab Reihe 66 nur noch zwei Sitze zwischen Fenster und Gang gibt. Wir fragten also nach diesen Sitzplätzen - und bekamen sie auch. Nachdem wir unsere vier Reisetaschen aufgegeben hatten (wir waren schon vorm Abflug nah an der zulässigen Gewichtsgrenze) besorgten wir uns am Flughafen noch etwas zu lesen und checkten dann auch bald ein. Der Flug nach London verlief ohne Probleme und der starke Kaffee, den das Bordpersonal servierte, machte uns (zusammen mit der Aufregung) wieder etwas munterer. In London-Heathrow hatten wir etwas Zeit, so dass wir ohne Probleme mit dem Shuttlebus zu unseren Abflugterminal gelangen konnten. Da Großbritannien leider noch nicht den Euro als Währung hat, konnten wir nicht im Flughafen shoppen, sondern mussten im Terminal warten, bis unser Flug angezeigt wurde (gut, dass wir uns in Berlin etwas zu lesen gekauft hatten (und ich mir vor der Reise einige Spiele auf mein Handy geladen hatte)). Nachdem unser Flug auf dem Display angezeigt wurde, machten wir uns auf zum Flieger nach Hongkong. Wir waren etwas überrascht, als wir die Menschenmenge sahen, die mit uns fliegen sollte (wir waren vorher noch nie mit einer 747 geflogen). Als wir unsere Sitzplätze einnahmen, bemerkten wir dann, dass der Flieger nicht mal ausgebucht war. An jedem Sitzplatz gab es eine Decke und ein Kissen und eine Flugbegleiterin wunderte sich dann auch, als Claudia ihr eigenes Kissen aus dem Handgepäck holen wollte. In der Rückenlehne der Vordersitzes war ein kleiner Monitor eingelassen, auf dem wir zwischen mehreren Unterhaltungsprogrammen wählen konnten. Noch vor dem Start wurden die dazugehörigen Kopfhörer sowie ein kleiner Beutel mit Erfrischungstüchern, einem Paar Socken und einer Zahnbürste + Zahnpasta verteilt (Wir haben diese Beutel nicht benutzt und haben jetzt 8 davon zu Hause). Das Bordprogramm bestand aus 20 Filmkanälen, 20 Musikkanälen und einem Bereich mit 5 Spielen. Leider war nur ein Film auf deutsch (eine Komödie mit Steve Martin, die erst zwei Wochen später in die deutschen Kinos kam), aber die anderen Filme konnten wir manchmal noch halbwegs verstehen. Schon kurz nach dem Start wurden dann die Speisekarten für den Flug verteilt. Es gab drei Gerichte zur Auswahl (wir entschieden uns für das Hähnchen mit Pilzen und Reis). Nachdem das Essen serviert war (es war lecker!) begann die Langeweile. Zwar lenkte uns das Bordkino etwas ab, aber man merkte doch, dass die Zeit nur langsam verging. Da die Sitze doch recht eng für mich waren, standen wir immer mal auf und machten ein paar Gymnastikübungen im hinteren Teil des Flugzeugs. Später versuchten wir auch zu schlafen, aber es klappte nicht, darum schaltete ich auf einen Musikkanal, der Musik aus den 80ern spielte, und versuchte, mich etwas zu entspannen. Irgendwie vergingen so die fast 12 Stunden Flugzeit (zwischendurch gab es noch ein leckeres Frühstück (wir wählten Nudeln mit scharfer Soße) sowie Snacks und Getränke, die das freundliche Kabinenpersonal servierte)), und wir befanden uns auf dem Landeanflug auf Hongkong.
Montag, 8. März 2004: Hongkong
Nachdem wir die Passkontrolle hinter uns und unser Gepäck abgeholt hatten (der Flughafen von HK ist noch sehr neu und alles geht sehr schnell (das Gepäck war schon vor uns auf dem Abholband), meldeten wir uns an dem Schalter, den uns unserer Reisebüro genannt hatte. Der Mitarbeiter dort nahm unseren Hotelgutschein und bat uns, kurz zu warten, bis uns jemand zu den Bussen zu den Hotels bringt. Jetzt merkten wir doch langsam die Anzeichen des Jetlag (oder vielleicht auch nur des fehlenden Schlafes im Flieger). Wir waren also froh, dass als wir im Bus saßen und nach HK fuhren (der Flughafen ist etwas außerhalb). Auf der Fahrt wurden zuerst andere Gäste abgesetzt, so dass wir einen ersten Eindruck von Hongkong gewinnen konnten. Es ist eine sehr lebhafte Stadt! Wir kamen um 10 Uhr an – und auf den Straßen tobte das Leben. Endlich erreichten wir das Hotel Miramar und wollten nur noch auf unser Zimmer und schlafen. Vom Hotel waren wir sehr beeindruckt. Es sieht von außen nicht allzu groß aus, aber die Hotellobby mit einem großen Atrium war schon toll. Wir meldeten uns also an der Rezeption und mussten leider erfahren, dass unser Zimmer noch nicht bereit sei. Außerdem bot man uns (gegen einen Aufpreis natürlich) ein Zimmer mit Kingsizebett und Blick auf den Kowloonpark an. Da wir aber nur zwei Übernachtungen hatten und wahrscheinlich nicht oft aus dem Fenster sehen würden, lehnten wir dieses Angebot ab. Zumindestens unser Gepäck konnten wir schon mal im Hotel abgeben und eine Stunde später sollte unser bestelltes Zimmer auch bereit sein. Wir gingen also erst mal in den Kowloonpark. Das Miramar liegt an der Nathanroad (einer Haupteinkaufsstraße von Hongkong) gegenüber des Kowloonparks. Nachdem wir uns im Park etwas ausgeruht hatten, gingen wir zum ersten mal die Nathanroad entlang. Mit unseren 2 Metern bzw. 1,77 M. fielen wir unter den kleinen Chinesen natürlich auf, aber dafür hatten wir einen guten Überblick und verloren uns selbst im größten Menschenauflauf nicht aus den Augen. Von den Geschäften in Hongkong waren wir sofort fasziniert, zudem die Preise wirklich niedrig sind. Nachdem wir etwas rumgebummelt waren, war es Zeit unser Hotelzimmer aufzusuchen. An der Rezeption bot man uns zwar wieder das Kingsizezimmer an (was wir wieder ablehnten), aber unser bestelltes Zimmer war nun fertig. Wir bekamen den Zimmerschlüssel und unser Gepäck sollte uns auch aufs Zimmer gebracht werden. Das Zimmer war im 7. Stock und sehr geräumig. Das Bett war 2 x 2 Meter groß und sehr bequem (wie wäre wohl das Kingsizebett gewesen?). Nur der Ausblick auf einen Innenhof war nicht ganz so schön, aber das hat uns wenig gestört. Im Zimmer gab es eine Minibar (mit akzeptablen Preisen) und all die kleinen Dinge, die einen Aufenthalt angenehm machen ( Duschgel, Briefpapier usw. kannten wir ja schon, aber dass wir jeden Morgen eine neue Zahnbürste und Pantoffeln bekamen, war schon originell). Wir waren kaum im Zimmer, da klingelte auch schon der Gepäckträger. Er zeigte uns noch mal alle Besonderheiten im Zimmer z. B. die Bedienung der Klimaanlage und wir gaben ihm 5 HK$ (ca. 50 € Cent) Trinkgeld (er würde sonst heute noch in unserem Zimmer stehen). Nachdem wir unsere Reisetaschen geöffnet und unser Handgepäck ausgepackt hatten legten wir uns endlich erst mal schlafen. Wir hatten uns den Wecker auf 17 Uhr gestellt, damit wir nicht den ganzen Tag verschlafen. Wir hätten auch nicht länger schlafen können, denn mein Vater rief kurze Zeit später auf meinem Handy an, um zu fragen, wie es uns geht. Nach einer erfrischenden Dusche waren wir auch wieder halbwegs fit. Da unser Hotel in Kowloon lag, beschlossen wir, heute erst mal diesen Teil Hongkongs zu erkunden und erst am nächsten Tag mit der Fähre nach Hongkong Island zu fahren. Außerdem erfuhren wir an der Hotelrezeption, dass am nächsten Tag unser gebuchte Stadtrundfahrt stattfinden sollte. Als Ausgangspunkt für die Erkundung Kowloons bot sich trotzdem der Star Ferry Pier an, denn wir wollten wissen, wann die berühmten grün-weißen Fähren fahren und wie lange. Wir gingen also die Nathanroad entlang zum Pier. Unterwegs sahen wir uns wieder die Auslagen der Geschäfte an (ich wollte mir erst eine neue Digitalkamera kaufen, habe es aber doch nicht getan). Hongkong ist wirklich ein Shopping Paradies! Am Pier war genauso viel los wie auf den Einkaufsstraßen. Hier machten wir die ersten Fotos von der beindruckenden Skyline von Hongkong (im gesamten Urlaub haben wir 20 Filme verknipst + 150 Fotos mit meiner alten Digitalkamera). Wir bummelten durch ein riesiges Einkaufszentrum mit Nobelgeschäften und aßen dort auch ein paar Croissants, bevor wir uns auf dem Weg zum berühmten Ladies Market machten. Die Nathanroad entlang gelangten wir nach einem kleinen Fußmarsch zum Market. Unterwegs kamen wir an offenen Garküchen vorbei, sahen Geschäfte, in denen chinesische Naturheilmittel verkauft wurden und bemerkten, dass die Baugerüste in Hongkong nur aus Bambusstäben bestanden. Als wir den Bereich um den Ladies Market erreichten, waren wir wieder überrascht, wie viel hier los war. Außerdem wurde uns wieder einmal bewusst, wie groß wir doch eigentlich sind. Auf dem Markt gab es viele Stände mit allem möglichen Krimskrams, den man sich vorstellen kann. Von Plastikspielzeug bis gefälschten Schweizer Uhren. Nur für „Ladies“ gab es relativ wenig (obwohl ich Claudia überreden wollte sich ein Seidenkleid bei einem der Stände zu kaufen). Auch T-Shirts (mein Lieblingssouvenir) und andere Andenken gab es wenig. Da wir auf dem Ladies Market nichts fanden, beschlossen wir unser Glück auf dem Jade Market zu probieren. Auf dem Weg dorthin kamen wir an mehreren kleinen Restaurants vorbei, die zusätzlich draußen eine Garküche haben. Wir konnten irgendwann nicht mehr wiederstehen und setzten uns in ein kleines (relativ sauber aussehendes) Restaurant. Da wir nicht sicher waren, was wir nehmen sollten (die Karte war zwar auch auf englisch) entschieden wir uns für das Beef mit Reis. Leider wussten wir nicht, dass das gekochtes Rindfleisch war. Aber es schmeckte trotzdem gut und die Portionen waren auch nicht klein. Zusammen mit zwei Colas und zwei Gläsern Tee bezahlten wir 90 HK$ (ca. 9 Euro), was doch recht günstig war, denn wir waren nun gesättigt und wieder etwas „fitter“. Wir suchten also nun den Jade Market auf, konnten ihn aber irgendwie nicht finden. Hätten wir unseren Reiseführer etwas genauer gelesen, dann hätten wir gewusst, dass der Jade Market um 16 Uhr schließt. Wir sahen zwar die leeren Stände, aber dass wir den Markt gefunden hatten, wussten wir erst, als wir im Hotelzimmer noch mal in unseren Reiseführern geblättert hatten. Allerdings fanden wir durch Zufall den Night Market von Hongkong. Auf dem Night Market wird, ähnlich wie auf dem Ladies Market, viel Krimskrams, aber diesmal auch T-Shirts und andere Souvenirs angeboten. Wir bummelten also über diesen Markt und begannen unsere Reisegarderobe etwas aufzufüllen. Claudia kaufte sich ein Poloshirt für 3 Euro und ich ein Hongkong-T-Shirt. Da wir doch langsam müde wurden, beschlossen wir unser Hotel aufzusuchen und am nächsten Abend noch mal auf diesen Markt zu gehen, um dann auch ein paar Souvenirs für unsere Eltern zu kaufen. Als wir spätabends endlich wieder im Hotelzimmer waren, probierten wir noch kurz unsere neue Kleidung an und gingen dann schlafen.
Dienstag, 9. März 2004, Hongkong
Nach dem erfrischendem duschen, freuten wir uns auf das Frühstück. Wir gingen also in die Hotellobby und meldeten uns bei dem Counter am Restauranteingang (wait to be seated). Was uns hier erwartete, war das größte und beste Frühstücksbuffet in unsere gesamten gemeinsamen Reisevergangenheit! Wir hatten die Auswahl zwischen einem asiatischen ( u.a. Nudeln und Dim Sum), englischen ( Bacon, Eier, Würstchen usw.) und kontinentalen ( Wurst, Käse, Joghurt, Obst usw.) Frühstück. Dazu gab es viele verschiedene Sorten Brot, leckere Croissants und unterschiedliche süße Teilchen. Wir probierten natürlich alle Buffets ausgiebig aus und bestätigten, dass es genau so gut schmeckte, wie es aussah. Danach waren wir so satt, dass wir den ganzen Tag über kaum etwas essen brauchten. Nach dem Frühstück machten wir uns kurz frisch und gingen dann wieder in die Lobby, um an der Stadtrundfahrt teilzunehmen. Dort trafen wir ein junges Paar, die ebenfalls an der Rundfahrt teilnehmen würden. Kurze Zeit später traf auch unser Reiseleiter ein. Es war Ricky, ein älterer Chinese, der fließend deutsch sprach und auch schon mehrmals in Deutschland war. Wir fuhren mit einem Kleinbus zuerst durch einen Tunnel nach Hongkong-Island. Dort ging es dann in die Berge. Unser erstes Ziel war der Victoria Peak, der auf den Hügeln hinter Hongkong-City liegt. Vom Peak aus hat man eine sehr schöne Sicht auf die Skyline. Wir waren von dem Ausblick so begeistert, dass wir beschlossen, bei Dunkelheit noch mal hierher zu fahren und dann Nachtaufnahmen mit Claudias Kamera auf Stativ zu machen. Unser Reiseleiter erklärte uns etwas über die Gebäude und erwähnte dabei auch eine Lasershow, bei der die Skyline angestrahlt werden würde. Uns war klar, dass wir uns das nicht entgehen lassen wollten. Weiter ging die Fahrt zur Repulse Bay. An der Bay ( mit einem schönen Badestrand) steht ein Tempel mit verschiedenen Buddha-Statuen. Außerdem gibt es dort eine Brücke, die das Leben um drei Tage verlängert, wenn man sie überquert (diese Tage löse ich jetzt ein, um diesen Reisebericht zu schreiben). Ricky erklärte uns, welche Bedeutung die einzelnen Statuen haben und wir hatten genug Zeit, alle anzusehen und zu berühren (wenn alles klappt werde ich niemals krank, dafür reich und bekomme (falls es Buddhas Wille sein sollte) einen Sohn. Weiter ging es nach Aberdeen, wo wir eine Hafenrundfahrt auf mit Sampan machten. Wir sahen die berühmten schwimmenden Restaurants (die unbeleuchtet allerdings nicht so beeindruckend wirkten) und die sog. Schwimmende Stadt (alte Fischerboote, auf denen die Leute jetzt wohnen). Unser letzter Stop war eine Schmuckfabrik. Niemand hat etwas gekauft, aber irgendwie hatten wir den Eindruck, dass unsere Stadtrundfahrt ein wenig von der Schmuckfirma gesponsert wurde. Nachdem wir uns also im Hotel etwas ausgeruht hatten, ging es wieder los. Diesmal wollten wir mit der Fähre nach Hongkong-Island fahren. Die grün-weißen Star-Ferries fahren alle 10 Minuten (es gibt auch eine moderne U-Bahn, aber die Fähren machen mehr Spaß). Die Fahrt kostet nur ein paar Cent. Als wir in Hongkong-Island ankamen, waren wir wieder einmal von dem Leben der Stadt und den Hochhäusern überrascht. Da wir sowieso Geld umtauschen mussten besuchten wir als erstes die Zentrale der HSBC. Das Gebäude liegt direkt am Pier und fällt durch seine moderne Architektur besonders auf. Wir stellten uns also an der Warteschlange an, um 100 Euro umzutauschen. Vorher hatten wir schon mal in der Nathanroad an einer Wechselstube getauscht, aber der Kurs schien uns dort zu schlecht zu sein. Als wir endlich an der Reihe waren, dauerte es bestimmt 15 Minuten, da wir sehr sehr viele Angaben machen mussten, um unsere paar Euro umzutauschen. Aber dafür haben wir auch zehn HK$ mehr bekommen (ca. ein Euro!). Wenn wir noch mal Geld umtauschen wollten, würden wir das nur noch in der Wechselstube tun. Bis es langsam dunkel wurde, bummelten wir noch etwas durch das Bankenviertel und die vielen Shopping-Malls. Selbst Claudia, die schon mal in New York war, fand die Wolkenkratzer toll. Man kam sich irgendwie klein vor. Als es langsam dunkel wurde, fuhren wir mit der Standseilbahn noch mal auf den Victoria Peak. Bei Dunkelheit ist die Skyline noch schöner, besonders weil viele Gebäude angestrahlt werden oder blinkende Leuchtreklamen haben. Wir machten viel Fotos und waren froh, dass wir das Stativ mitgenommen hatten. Zu lange konnten wir leider nicht dort oben bleiben, denn die Lasershow sollte um 20 Uhr beginnen, und wir wollten bis dahin wieder am Star-Ferry-Pier sein. So fuhren wir wieder mit der Seilbahn runter und setzten mit der Fähre nach Kowloon über. Unser Timing war richtig, denn kurz nach unserer Ankunft dort begann die Show. Begleitet von Musik tanzten die Laserstrahlen über die Skyline. Es sah einfach bombastisch aus! Wir hätten uns wirklich geärgert, wenn wir das verpasst hätten. Nachdem die Show vorüber war, wollten wir noch mal zum Night Market gehen, um dort die fehlenden Souvenirs zu kaufen. Außerdem wollten wir noch nach einem Jackett für mich suchen, denn Claudias Bruder würde im August heiraten, und ich bräuchte etwas Gutes für die Feier. Auf dem Weg zum Hotel (wir wollten das Stativ vorher zurückbringen) sprach uns ein Inder an, ob wir nicht gute Kleidung kaufen wollen? Wir waren neugierig und hofften vielleicht etwas in meiner Größe zu finden. Darum folgten wir ihm zu seinem Geschäft. Dort wartete schon sein Bruder und wollte uns einen maßgeschneiderten Anzug für 2000 HK$ (ca. 200 Euro) andrehen. Da wir aber am nächsten Tag wieder abreisen würden, war uns das ein zu großes Risiko (er lies sich zwar auf 1000 HK$ runterhandeln, aber wer garantiert uns, dass alles am nächsten Tag wirklich fertig ist?). Nachdem wir unsere Kamera im Hotel abgegeben hatten, machten wir uns auf den Weg zum Night Market. Unterwegs schauten wir noch bei ein paar Boutiquen vorbei, fanden aber nirgendwo ein Jackett in meiner Größe. Auf dem Markt starteten wir unsere Einkaufstour. Wir kauften 4 T-Shirts, noch 3 Polo-Shirts, ein Oberhemd (mehrere kleine Andenken (einen Fächer, kleine Jadefiguren, Schlüsselanhänger usw.) und zwei gefälschte Markenuhren (mein Vater hatte sich die gewünscht). Nach dem erfolgreichem shoppen riefen wir noch kurz unsere Eltern an, um ihnen zu sagen, dass es uns gut ginge. Wir hatten uns vorher eine Pre-Paid-Karte für das Telefonnetz gekauft, mit der wir 1,5 Stunden! telefonieren könnten (für 50 HK$). Leider brach die Verbindung nach 15 Minuten zusammen, aber Eltern waren auf jeden Fall beruhigt. Auf dem Rückweg ins Hotel aßen wir noch schnell etwas bei McDonalds, denn seit dem Frühstück hatten wir kaum etwas gegessen (nur ein paar Snacks). Im Hotelzimmer machten wir dann noch kurz „Modenschau“ (mein Polo-Shirt in XXL war höchstens Größe L, aber so passte es zumindest noch Claudia) und gingen dann ins Bett.
Mittwoch, 10. März 2004, Hongkong
Nachdem wir uns wieder beim Frühstücksbüffet den Bauch vollgeschlagen hatten, mussten wir leider schon packen, denn unser Zimmer war um 12 Uhr zu räumen. Um 20 Uhr sollten wir von einem Bus abgeholt und zum Flughafen gefahren werden. Das Packen fiel uns schwer, denn unsere Einkäufe mussten schließlich alle in die Taschen passen. Irgendwie haben wir es aber geschafft und die Reisetaschen sind dabei nicht geplatzt. Wir konnten unser Gepäck im Hotel lassen, während wir zum letzten mal durch Hongkong bummeln würden.
Zuerst ging es wieder mit der Fähre nach Hongkong-Island. Diesmal wollten wir uns das Gebiet um die Hollywoodroad ansehen. Da es noch relativ früh war, war auf den Straßen nicht ganz soviel los wie an den anderen Tagen. Nach dem Übersetzen gingen wir zu den Escalators, der längsten überdachten Rolltreppe der Welt. Eigentlich sind es viele kleine Laufbänder, die mit Unterbrechungen nach oben führen. Auf der Höhe der Hollywoodroad stiegen wir aus und bummelten die Straße entlang. Dort gibt es viele kleine Geschäfte, die günstig Kunsthandwerk, Schmuck u.ä. verkaufen. In einer kleinen Tischlerei kaufte Claudia für umgerechnet 15 € einen kleinen Schmuckkasten aus Holz. Dieser sollte uns später noch Ärger bereiten. Ich kaufte auch noch ein paar kleine Souvenirs, danach besuchten wir noch einen kleinen buddhistischen Tempel. Nachdem wir nun wirklich genug Andenken hatten, machten wir uns langsam auf den Rückweg Richtung Fähranleger. Da hörten wir in den Straßen ein Gequake wie von einem Entenschwarm. Scheinbar war nun Mittagspause im Bankenviertel und alle machten sich auf die Suche nach einem Bistro o.ä. Auf den Straßen war es natürlich entsprechend voll und wenn sich tausende Chinesen unterhalten, hört es sich für mitteleuropäische Ohren doch sehr merkwürdig an. Nachdem wir uns durch die Massen zum Fähranleger durchgekämpft hatten, setzten wir wieder über nach Kowloon. Da wir noch genug Zeit hatten, wollten wir uns erst mal im Kowloonpark etwas ausruhen. Auf dem Weg dahin kauften wir uns noch ein paar Croissant, die wir im Park verzehren wollten. Der Kowloonpark war sehr schön, daher blieben wir auch relativ lange dort. Da wir immer noch genug Zeit bis zur Abholung hatten, wollten wir noch eine Hafenrundfahrt unternehmen. Auf einer umgebauten Fähre fuhren wir den Hafen entlang und hatten wieder eine schöne Sicht auf die Stadt. Als wir wieder am Fährterminal festgemacht hatten, kam mir die Idee, dass wir uns von den Fotografen am Hafen vor der Skyline fotografieren lassen könnten. Das würde nur 5 Minuten dauern, denn sie arbeiten mit Digitalkameras und Druckern. Obwohl wir jetzt schon recht spät dran waren, entschieden wir uns dafür. Natürlich ging dabei etwas schief, denn die Druckerpatrone gab den Geist auf. Also musste das Foto noch mal gedruckt werden, und uns lief die Zeit davon. Beim zweiten Versuch klappte es aber und das Bild hängt jetzt in unserem Arbeitszimmer. Wir rannten also zum Hotel und wurden auch sehr bald abgeholt. Mit einem Bus fuhren wir zum Flughafen. Wir konnten auch sofort einchecken, obwohl wir noch drei Stunden bis zum Flug nach Australien hatten. Als wir also eincheckten, konnte die Angestellte von Cathay Pacific mein Visum nicht finden. Ohne Visum wären wir aber nicht nach Australien reingekommen. Da wir aber eine Kopie des ausgestellten Visums von unserem Reisebüro erhalten hatten (und diese glücklicherweise dabei hatten) konnten wir das Problem lösen: Der Herr im Reisebüro hat mich um fünf Tage jünger gemacht (19. August statt 14.). Der Grund war uns sofort klar: Claudia hat am 19. Januar Geburtstag, und er hat beim Ausfüllen meines Visums nur den Monat richtig geändert. Die Dame am Flugschalter beruhigte uns aber und versprach, das Problem in einer Stunde zu beheben. Schon nach einer halben Stunde war alles geregelt und wir konnten endlich einchecken. Nachdem wir uns noch ein wenig im Duty Free bereich umgesehen (und eine Literflasche Scotch gekauft) hatten, wurde unser Flug aufgerufen und wir konnten an Bord gehen.
Donnerstag, 11. März 2004 Flug Hongkong-Australien
Diesmal flogen wir wieder mit einer kleineren Boeing und der Flug sollte nur 7 Stunden dauern. Auch auf diesem Flug gab es wieder sehr gutes Essen und im Bordprogramm liefen andere Filme (diesmal lief „Master and Commander“ mit Russel Crowe auf deutsch). Aber wir waren nach dem Tag in Hongkong so müde, dass wir schon kurz nach dem Film einschliefen. Als wir wieder aufwachten, war es schon wieder hell und bis zur Landung nur noch eine Stunde hin. Im Flugzeug wurde jetzt ein kleines Filmchen gezeigt, dass die Einreisebestimmungen für Australien erklärte. Nun wurde Claudia nervös, denn auch Holzgegenstände fielen unter die Quarantänebestimmungen. Sie machte sich natürlich Sorgen um ihr neues Schmuckkästchen. Zwar konnte ich sie etwas beruhigen, aber die Zeit bis zur Quarantänekontrolle war doch sehr nervig für mich. Nachdem wir in Cairns gelandet waren, wurde es spannend. War mit meinem Visum wirklich alles OK und was wurde aus der Holzkiste? Da dieser Bericht hier nicht endet, kann man erkennen, dass ich ohne Probleme durch die Passkontrolle kam. Nach der Passkontrolle kam die Quarantänekontrolle. Natürlich wurden wir heraus gewunken und mussten unsere Reisetaschen öffnen. Der Zollbeamte öffnete auch den Karton mit dem Schmuckkästchen, sah es sich genau an – und packte es dann wieder in unsere Reisetasche zurück. Claudia war beruhigt, und wir konnten unseren Weiterflug nach Alice Springs antreten. Am Flughafen von Cairns mussten wir das Ankunftsgebäude verlassen, um zum Inneraustralischen Terminal zu gehen. Als wir das Gebäude verlassen hatten, waren wir froh, dass wir auf einen Aufenthalt in den Tropen verzichtet hatten: Es war fürchterlich schwül. Schon nach den 100 Metern zum anderen Flughafenterminal waren wir durchgeschwitzt. Nachdem wir in der klimatisierten Wartehalle des Flughafens angekommen waren, warteten wir noch etwas auf unseren Flug nach Alice Springs. Nachdem unser Flug aufgerufen wurde, ging es mit einem kleineren Flugzeug nach Alice. Das Flugzeug war schon etwas älter und nicht sehr bequem, aber der Flug dauerte nur zwei Stunden. Leider war das Wetter nicht so schön, denn der Himmel war bedeckt und alles zugezogen. Nicht der strahlende Sonnenschein, den man bei einem Aufenthalt in der Wüste erwartet. Schon vom Flugzeug aus, sahen wir, dass wir jetzt nicht mehr in einer Großstadt waren. Wir mussten über das Rollfeld zum Flughafengebäude laufen, und es gab nur ein Kofferband auf dem Flughafen. Natürlich kamen unsere Reisetaschen als letzte. Nachdem wir unser Gepäck hatten, wollten wir mit dem Taxi zum Alice Springs Ressort fahren. Nur leider gab es kein Taxi. Am Taxistand standen insgesamt nur drei Taxen – und die waren natürlich schon belegt. Es blieb mir nichts anderes übrig, als über eine Sprechanlage ein neues Taxi zu bestellen. Während wir auf die bestellte Taxe warteten, sahen wir die ersten Tiere in Australien, die wir in der Wüste noch öfter sehen sollten: Buschfliegen. Wir wurden von 10 Fliegen umschwärmt und waren froh, das unser Taxi bald kam, denn die Fliegen fliegen selten in Gebäude oder Autos. Wir fuhren die 15 KM zum Alice Springs Ressort und natürlich war unser Zimmer noch nicht bereit. Also sahen wir uns die Hotelanlage an und setzten uns dann an die Poolbar. Nach einiger Zeit war dann unser Zimmer bereit. Wir hatten ein schönes großes Zimmer mit zwei Doppelbetten. Allerdings war eines der Betten so weich, dass wir darin nicht gern geschlafen hätten. Nachdem wir uns etwas ausgeruht und erfrischt hatten, gingen wir zu Fuß nach Alice Springs (das Hotel lag nur 5 Min. vom „Stadtzentrum“ entfernt. Alice Springs hat nur ca. 20.000 Einwohner und daher auch ein relativ kleines Stadtzentrum mit nur höchstens dreistöckigen Gebäuden. Wir tauschten etwas Geld um (diesmal hatten wir Reiseschecks – das klappte sehr gut) und begannen mit der üblichen Souvenirsuche. Ich kaufte mir einen australischen Hut, den ich während der gesamten Reise fast immer auf hatte. Auch Claudia überredete ich zum Hutkauf (in den Reiseführern wird immer geschrieben, dass man im Outback ein Hut aufsetzten soll, um sich vor der Sonne zu schützen. Wir hatten zwar noch keine Sonne, aber sicher ist sicher). Außerdem kauften wir natürlich die üblichen T-Shirts und einen Zierbumerang zum Anhängen. Da wir am nächsten Morgen unseren Jeep abholen wollten und davor nur schnell etwas im Hotelzimmer frühstücken würden, kauften wir uns in einem Supermarkt noch Toastbrot und etwas Belag. Es war mittlerweile halb sechs Abends und wir bemerkten, dass die meisten Geschäfte schon schlossen. Nachdem wir in Hongkong bis Mitternacht einkaufen konnten, kam uns das doch irgendwie komisch vor, und wir mussten uns wieder daran gewöhnen. Da wir auch schon recht fertig waren, beschlossen wir, noch etwas zu essen und dann zurück ins Hotel zu gehen. Wir fanden ein kleines Restaurant, wo wir zwei Aussie-Burger mit Chips bestellten (Aussie-Burger sind riesige! Hamburger aus reinem Rindfleisch mit viel Salat, Tomaten usw.) und dazu unser erstes australisches Bier tranken. Die Preise waren akzeptabel und wir waren richtig satt. Nach dem Essen gingen wir zurück ins Hotel.
Freitag, 12. März 2004 Alice Springs – Glen Helen
Heute wollten wir unseren Camper-Jeep abholen und unsere Rundreise richtig beginnen. Da wir früh los wollten, frühstückten wir im Hotelzimmer. Claudia nervte trotzdem, dass wir zu spät dran sind, aber fürs Frühstück brauche ich nun mal etwas Zeit. Nach dem (relativ) schnellen Frühstück packten wir unsere Taschen und ließen uns mit einem Taxi zur Vermietstation von Kea-Campers fahren. Vor der Station sahen wir schon einen großen Toyota Landcuiser stehen. Er sollte für die nächsten Tage unser Zuhause sein. Wir meldeten uns im Vermieterbüro und mussten dort aber noch kurz warten, weil ein anderes deutsches Paar vor uns dran war. Als wir dran waren, wurden die Formalitäten geklärt ( int. Führerschein, Personalausweise usw.) und der freundliche Vermieter zeigte uns unseren Wagen. Bevor wir zum Jeep gingen, fragte er uns noch, ob wir unsere Taschen in der Vermietstation lassen wollten, aber wir lehnten dieses Angebot dankend ab. Er erklärte uns die Bedienung des Campers, indem er alles vorführte und zeigte uns all die kleinen Dinge, auf die wir achten müssten (der Jeep hatte z. B. zwei separate Treibstofftanks). Nachdem wir das Innere des Campers gesehen hatten, nahmen wir doch das Angebot der Gepäckaufbewahrung an, denn in den Jeep hätten wir alles nur sehr schlecht verstauen können. Also hieß es: aus- und umpacken. Claudia packte die wichtigsten Dinge in eine Reisetasche und die anderen drei Taschen ließen wir beim Vermieter. Nach der Umpackaktion gab uns der Vermieter noch eine kleine Reiseroute als Vorschlag. Diese Route gefiel uns gut (und entsprach auch in etwa unserer geplanten Route) daher beschlossen wir, dieser Route zu folgen. Er erklärte uns auch noch den Weg zum nächsten Supermarkt und wünschte uns dann: Gute Fahrt! Es ist bei uns Tradition, dass Claudia die Mietwagen zuerst fährt, darum musste sie mit dem Jeep nach Alice Springs fahren. Anfangs war sie noch etwas unsicher, aber schon nach ein paar Minuten war sie mit dem Wagen und dem Linksverkehr (den wir schon von Schottland und Irland kannten) vertraut. Wir fuhren zuerst zum Supermarkt, um uns für eine Woche mit Lebensmitteln einzudecken. Nachdem wir eingekauft hatten, gingen wir zu Fuß zur Tourismusinformation, um uns einen aktuellen Wetterbericht und eine Erlaubnis für das Befahren der Meerenie Loop zu holen, da diese Straße durch Aboriginalgebiet führt. Für die Erlaubnis brauchten wir unsere Autonummer und diese stand nicht auf unserem Autoschlüsselanhänger. Also musste ich zurück zum Wagen. Aber zu mindestens hatte Claudia währenddessen erfahren, dass das Wetter besser werden würde. Als wir wieder zum Wagen gingen, fiel Claudia ein, dass sie meine Unterhosen in einer der anderen Reisetaschen vergessen hatte. Wir fuhren also noch mal zur Vermietstation und holten sie uns (es war niemand im Büro, aber unsere Taschen standen noch da (es hat also niemand bemerkt)). Nachdem wir nun wirklich alles hatten, ging es richtig los. Unser erstes Ziel war der McDonnell Range National Park, der nur wenige Kilometer hinter Alice Springs begann. Zuerst fuhren wir dort zur Simpsons Gap, einer kleinen Schlucht mit einem Wasserloch. Das Wasserloch war aber scheinbar recht geschrumpft, anders wäre das Schild mit der Aufschrift „No Swimming“ mitten im Sand wohl schlecht zu erklären. Als wir dort ein wenig liefen, kamen auch bald wieder die Fliegen, so dass wir uns nicht lange an der Schlucht aufhielten. Auf der nächsten Etappe sollte ich zum ersten mal den Landcruiser fahren. Ich verstehe jetzt, warum sich Leute selbst in einer Großstadt einen Geländewagen kaufen. Die Sicht aus dem Wagen war gut und man fühlte sich so sicher wie in einem Panzer. Außerdem ist es schon irgendwie ein beruhigendes Gefühl, wenn man durch die Wüste mit einem Fahrzeug fährt, das für Expeditionen gebaut und bei dem daher alle (über)lebenswichtigen Teile doppelt vorhanden sind. Trotz meiner Größe konnte ich relativ bequem hinter dem Steuer sitzen. Unser nächstes Ziel war die berühmtere Stanley Chasm, eine Schlucht, die so eng ist, dass nur zur Mittagszeit die Sonnenstrahlen den Boden erreichen. Da die Schlucht etwas bekannter ist, waren am Parkplatz bei der Schlucht auch mehrere Autos und es gab einen kleinen Kiosk mit Restaurant. Bei dem Fußweg in die Schlucht wurden wir wieder mehr von den Fliegen umschwärmt, als in Alice Springs. Wir mussten immer mit den Händen vorm Gesicht wedeln( die Australier nennen das den „Aussie-Salut“) weil sich die Fliegen besonders gern auf Brillen setzen bzw. an die Augen gehen. Trotzdem erreichten wir die Schlucht, und sie war wirklich so schmal, wie im Reiseführer beschrieben. Natürlich gingen wir einmal hindurch, machten die üblichen Fotos und gingen dann „salutierend“ wieder zum Parkplatz. Bevor wir abfuhren, wollte ich noch kurz beim Kiosk vorbeisehen und fand dort die ideale Abwehr gegen unsere fliegenden Nervensägen: ein Flynet! Ein Flynet ist ein rundes dünnes Netz, das man sich über den Hut zieht, damit die Fliegen nicht ans Gesicht können. Natürlich kaufte ich mir sofort eines und setzte es sofort auf. Claudia fand zwar, dass ich damit blöd aussah, aber das war mir egal, denn ICH brauchte dafür nun nicht mehr zu wedeln.
Unser nächstes Ziel war das Ellery Creek Big Hole. Das Hole ist ein Wasserloch und mit etwas Glück hätten wir dort auch ein paar Tiere sehen können. Leider hatten wir dieses Glück nicht, aber dafür war die Straße zum Wasserloch nicht asphaltiert und wir konnten endlich mal mit unseren Jeep über Sandpisten und durch größere Pfützen fahren (man kann sich vorstellen, wie der Wagen danach aussah). Unser nächstes und damit vorletztes Ziel sollte die Ormiston Gorge sein (noch mal eine Schlucht), aber da es langsam spät wurde, beschlossen wir, direkt zur Glen Helen Gorge zu fahren, denn dort befand sich der einzigste Campingplatz in der Umgebung. Die Ormiston Gorge wollten wir dann am nächsten Tag ansehen, denn es war kein großer Umweg. Mit einsetzen der Dämmerung erreichten wir das Glen Helen Ressort, wo sich der Campingplatz befand. Wir waren fast die einzigsten Camper auf dem Platz. Wir stellten also unseren Wagen in einer Parkbucht ab und wollten auch gleich unseren Tisch und Stühle aufbauen. Vorher fragten wir aber sicherheitshalber noch mal im Ressorthotel nach, ob wir auch wirklich dort bleiben könnten, denn es war schon irgendwie komisch, dass wir die einzigen dort waren. Der freundliche Herr an der Rezeption bestätigte, das wir dort richtig standen, aber wir mussten 10 Dollar für den Stellplatz zahlen. Wir zahlten, wussten beim Ausfüllen des Anmeldeformulars unsere Autonummer natürlich wieder nicht (aber das war nicht so schlimm) und konnten nun endlich unsere Sachen aufbauen. Da es noch nicht dunkel war, gingen wir noch zur Glen Helen Gorge, eine Schlucht, durch die ein kleiner Fluss fließt. Als die Sonne langsam unterging (und die Fliegen damit verschwanden) gingen wir zu unserem Camper zurück, und Claudia bereitete uns Spaghetti mit Tomatensoße zu, denn wir waren zu fertig um etwas komplizierteres zu kochen. Schon während des Essens bemerkten wir, dass die Wolken sich verzogen und immer mehr Sterne zu sehen waren. Später waren die Wolken dann ganz weg, und wir hatten einen atemberaubenden Sternenhimmel. Wir hätten bestimmt die ganze Nacht dagesessen und den Himmel angeschaut, aber uns wurde doch langsam kalt, und wir wurden auch müde. Also klappten wir zum ersten mal unser Bett im Dach des Jeeps auf und kletterten hinein. Auch wenn das Bett auf den ersten Blick etwas komisch aussah, haben wir doch gut geschlafen.
Samstag, 13. März 2004 Glen Helen – Kings Canyon
Irgendwie war das Bett für uns wohl doch noch etwas ungewohnt, denn wir waren beide schon sehr früh wach. Dadurch konnten wir aber den Sonnenaufgang in der Wüste miterleben und der war das frühe aufstehen wert. Nachdem wir geduscht und gefrühstückt hatten machten wir uns auf den Weg. Die Wolken hatten sich verzogen und es war strahlender Sonnenschein. Leider war es dadurch auch etwas heißer, aber 35°C im Schatten (wenn man welchen findet) in der Wüste sind nicht so schlimm, da es dort sehr trockene Luft ist und man daher nicht so sehr schwitzt Als erstes fuhren wir jetzt zur Ormiston Gorge. Bei Sonnenschein sah alles noch schöner aus und die Felsen noch roter. Danach wollten wir endlich unseren Jeep in seinem Element erleben und über eine unbefestigte Straße nach Hermannsburg fahren. Von Hermannsburg führt eine Strecke, die nur für allradgetriebene Fahrzeuge zugelassen ist, ins Palm Valley. Sobald wir die asphaltierte Strecke verlassen hatten, bemerkten wir den Unterschied. Auf unbefestigten Straßen schlingerte der Wagen manchmal und wir fuhren meist in der Mitte der Strecke um den Schlaglöchern möglichst auszuweichen und nicht zu sehr durch aufgewehten Sand fahren zu müssen. Da uns aber höchstens ein Auto pro Stunde entgegen kam, und wir dieses durch seine Staubfahne schon lange vorher sahen, war das kein Problem. Uns kamen nur Einheimische entgegen, keine Touristen, und sie winkten uns jedes Mal wenn sich die Autos begegneten freundlich zu. Wir brauchten für die unbefestigte Straße auch nicht mal den Allradantrieb zuzuschalten, aber wir waren doch froh, dass wir die Möglichkeit gehabt hätten. Nach einiger Zeit waren wir an das Fahren auf unbefestigten Straßen gewohnt und waren schon auf die 4WD-Strecke ins Palm Valley gespannt. Bis nach Hermannsburg brauchten wir ca. 4 Stunden, und wir merkten doch, dass es ziemlich anstrengend ist, sich immer auf die Straße konzentrieren zu müssen. Daher machen wir in Hermannsburg eine kurze Pause, bevor wir die 2 Kilometer bis zum Abzweig ins Palm Valley zurückfuhren. Leider stand am Beginn der Strecke ins Palm Valley ein Schild, das darauf hinwies, dass man für die 3 Kilometer 3 Stunden bräuchte. Das war uns dann doch zu lange, darum verzichteten wir auf den Abstecher nach Palm Valley. Da wir dadurch etwas Zeit gewonnen hatten, beschlossen wir noch mal kurz nach Hermannsburg zurück zu fahren. Dort gab es eine kleine Missionsstation, die wir uns angesehen haben. Es gab dort allerdings nicht allzu viel zu sehen. Darum wollten wir uns noch eine Galerie von einem bekannten Aboriginalkünstler ansehen, die es auch noch irgendwo im Ort geben sollte. Wir haben die Galerie aber nicht gefunden, sind aber während unserer Suche durch die Wohngebiete der Aboriginals gekommen. Es sah schrecklich aus. Alles war dreckig, die Häuser heruntergekommen und der Müll lag auf der Straße. Nach diesem „Erlebnis“ hatten wir kein Interesse mehr an der Galerie sondern wollten lieber schnell weiter zum Kings Canyon. Zum Kings Canyon führt wieder eine unbefestigte Straße ( die Meerinie Loop, für die wir in Alice Springs die Genehmigung geholt hatten), so dass es uns ganz gut passte, das wir relativ schnell weiterkamen. Das Kings Canyon Ressort erreichten wir daher schon am frühen Nachmittag. Wir buchten einen Platz auf dem schönen Campingplatz und fragten dabei, ob wir noch auf den Canyon klettern könnten. Die Frau an der Rezeption riet uns aber davon ab, weil es dafür schon zu spät sei. Sie erzählte uns aber, dass es beim Campingplatz einen schönen Sunsetpoint gebe, wo man den Sonnenuntergang am Canyon gut sehen könne. Da wir bis dahin noch genug Zeit hatten, beschlossen wir, noch mal in den Swimmingpool am Campingplatz zu hüpfen. Es war so schön, dass wir gar nicht wieder raus wollten. Aber irgendwann waren wir dann aufgeweicht und es wurde auch bald Sonnenuntergang. Daher gingen wir kurz zu unserem Jeep, um uns umzuziehen und die Kameras zu holen. Den Sunsetpoint fanden wir sehr schnell, denn wir waren nicht die Einzigsten, die Sonnenuntergang am Kings Canyon erleben wollten. Die Dame an der Rezeption hatte uns nicht zu viel versprochen, es war wirklich ein Erlebnis. Wir blieben dort, bis die Sonne untergegangen war, und wir den wundervollen Sternenhimmel über der Wüste erleben konnten. Danach gingen wir noch kurz am Souvenirshop des Campingplatzes vorbei und Claudia kaufte sich dort ihr eigenes Flynet. Später saßen wir dann noch etwas draußen am Jeep und aßen Steaks unterm Sternenhimmel.
Sonntag, 14. März 2004 Kings Canyon – Uluru
Wir standen schon früh auf, denn wir wollten noch vor der Mittagshitze auf dem Kings Canyon sein. Trotzdem zog es sich noch etwas hin, so dass wir erst gegen 10 Uhr am Canyon waren. Das Thermometer zeigte jetzt schon 30 °C an. Wir wollten eine ca. 3-stündige Rundwanderung unternehmen, die uns auf den Kings Canyon und von dort zum Garten Eden führen sollte. Der Garten Eden ist ein Wasserloch, das man nur über den Weg auf den Canyon erreicht. Es gibt dort dann schöne Bäume und man kann sogar darin schwimmen. Am Startpunkt unserer Wanderung gibt es viel Schilder, die darauf hinweisen, dass man feste Schuhe und viel Wasser haben sollte. Feste Schuhe hatten wir, aber Claudia meinte, eine 1,5 Liter Flasche Wasser wären genug. Sie hatte im Grand Canyon in Amerika ihr Wasser wieder mit nach Hause gebracht und wollte daher nicht wieder zuviel mitschleppen. Es ging gleich steil bergan und als wir endlich auf dem Canyon waren, war unsere Flasche schon fast halb leer. Mittlerweile war es auch noch etwas heißer geworden. Glücklicherweise hatten wir das anstrengendste Stück der Wanderung geschafft, denn jetzt ging es nur noch auf selten nach oben. Nach etwa eineinhalb Stunden hatten wir den Abzweig zum Garten Eden erreicht. Der Weg hatte sich wirklich gelohnt, denn es ist sehr schön dort. Wir setzten uns am Wasser in den Schatten und erholten uns von der anstrengenden Wanderung. Schwimmen gingen wir aber nicht. Da der Rundweg wegen Bauarbeiten gesperrt war, mussten wir den Weg zurück, den wir gekommen waren. Zumindest unsere Wasserflasche war nun nicht mehr so schwer, denn sie war fast leer. Darum waren wir sehr froh, als wir an unserem Ausgangspunkt zurückkamen und dort einen Wasserhahn mit Trinkwasser vorfanden. Wir haben jeder bestimmt 2 Liter getrunken und uns vorgenommen für die nächsten Wanderungen mehr Wasser mitzunehmen. Mittlerweile waren es 38 °C im Schatten, aber da unser Jeep eine Klimaanlage besaß und die Strecke zum Uluru asphaltiert war, waren die 4 Stunden Fahrt eine Erholung für uns. Schon als wir noch 100 Kilometer vom Ayers Rock entfernt waren, sahen wir ihn am Horizont. Es war wirklich ein toller Anblick. Am Nachmittag kamen wir dann am Ayers Rock Ressort an und buchten einen Stellplatz auf dem Campingplatz. Der Platz war recht schön, aber wieder mal relativ leer. In der Hochsaison hätten wir kaum einen Stellplatz bekommen, aber jetzt waren von den 300 Plätzen noch 150 leer. Da wir zum Sonnenuntergang am Ayers Rock sein wollten (der Ayers Rock heißt mittlerweile Uluru (das alte Wort der Aboriginalsprache)) fuhren wir nach einer Pause zum Shoppingbereich des Ayers Rock Ressorts. Wir wollten uns dort auch über das Sounds of Silence Diner informieren (ein Abendessen unter Sternenhimmel, danach werden einem die Sternbilder erklärt). Das Ayers Rock Ressort ist eine große Anlage mit mehreren Hotels verschiedener Preisklassen, daher war der Shoppingbereich auch wie der einer Kleinstadt. Wir kauften vor allem Wasser und ein paar kleinere Souvenirs, die (wie wir später bemerkten) dort weitaus teurer waren, als woanders. Nach dem Einkaufen fuhren wir zum Rock. Der Eintritt für den Uluru Nationalpark ist recht teuer, aber die Karten sind dafür auch drei Tage gültig. Es gibt extra einen Sunsetpoint mit vielen Parkplätzen. Noch war die Sonne nicht am Untergehen, so dass Claudia genug Zeit hatte, ihr Stativ aufzubauen und ihre Kamera richtig einzustellen. Leider hatte sie die Kamera aber etwas zu früh oder am falschen Ort aufgebaut, denn es krabbelten plötzlich mehrere Ameisen auf dem Stativ rum. In der halben Stunde bis zum Beginn des Sonnenuntergangs mussten viele Ameisen ihr Interesse für Claudias Kamera mit dem Leben bezahlen. Das Warten hatte sich aber gelohnt, denn wir haben viele Fotos gemacht. Nachdem wir fast einen Film mit dem Sonnuntergang verknipst hatten (der Felsen leuchtet während des Untergangs in verschiedenen Farbtönen), machten wir uns auf den Heimweg zum Campingplatz, denn wir wollten früh ins Bett. Da wir am nächsten Morgen noch vor Sonnenuntergang aufstehen mussten, um den Sonnenaufgang am Ayers Rock zu erleben, entschieden wir uns gegen das organisierte Sound of Silence Diner und bereiteten uns unser eigenes Essen unter dem Sternenhimmel zu.
Montag, 15. März 2004 Uluru – Alice Springs
Die Nacht war sehr kurz, denn wir hatten unsere Wecker auf 5 Uhr früh gestellt, um noch vor Sonnenaufgang am Ayers Rock zu sein. Im Tausch für ein bisschen länger Schlafen verzichteten wir erst mal aufs Frühstück und fuhren direkt zum ausgeschilderten Sunrisepoint.
Wir waren nicht die Einzigsten, die so früh aufgestanden waren, denn fast alle vom Campingplatz fuhren dahin. Entsprechend voll war es dann auch dort, zumal noch viele Reisebusse dazukamen. Alle warteten, dass die Sonne endlich aufgehen würde und der Ayers Rock dann in verschiedenen Rottönen schimmern würde. Wir wurden nicht enttäuscht, denn es gab beim Sonnenaufgang ein wunderschönes Farbenspiel. Sobald die Sonne richtig aufgegangen war, verließen alle den Fotopunkt und fuhren zu den nächstgelegenen Parkplätzen am Felsen, um einmal um den Ayers Rock zu laufen. Da wir nicht in der Horde mitlaufen wollten, machten wir jetzt erst mal Frühstück. Als wir damit fertig waren, hatten sich die meisten Leute schon auf dem Rundweg gemacht, und wir konnten in Ruhe den Felsen umrunden. Es gab auch einen Aufstieg auf den Berg, aber der war damals wegen zu starken Wind gesperrt. Wir wären aber sowieso nicht raufgeklettert, da der Rock für die Eingeborenen ein Heiligtum ist und sie es nicht gerne sehen, wenn Touristen darauf rumklettern. Außerdem wäre der Aufstieg auch sehr steil und es gab nur eine Kette, an der man sich hoch hangeln konnte. Auch beim Rundweg gibt es einige schöne Höhlen, die die Aboriginals als Heiligtum betrachten und die man deshalb nicht fotografieren sollte. Wir haben uns immer daran gehalten. Trotzdem sahen wir viele Felsmalereien. Die Dauer des Rundweges war mit 3,5 Stunden angegeben, aber wir brauchten nur 2 Stunden. Anschließend fuhren wir weiter zu den Olgas. Die Olgas sind ein Felsmassiv, bei dem vom Wind und Sand die Felsen rundgeschliffen worden sind. Daher auch der Aboriginalname , denn der heißt Kata Tjura und bedeutet „Viele Köpfe“. Die Felsen sehen aus der Entfernung wirklich ein bisschen wie Köpfe aus. Wir kamen dort zur Mittagszeit an und zu dieser Zeit gab es auch die meisten Fliegen dort. Daher blieben wir nur kurz, machten ein paar Fotos und fuhren dann noch zum Visitor Center des Nationalparks. Da wir am Abend in Alice Springs sein wollten und damit noch 600 Kilometer vor uns hatten, hatten wir nicht viel Zeit, um uns im Center lange umzusehen. Trotzdem informierten wir uns ein wenig über das Leben der Ureinwohner und aßen danach eine leckere Lasagne im Bistro des Centers. Anschließend machten wir uns auf den langen Weg nach Alice. Etwa auf der Mitte der Strecke sahen wir ein Schild, dass auf das Mount Ebenezer Road House hinwies und dass es dort originale Aboriginalkunst gäbe. Da wir sowieso bald Fahrerwechsel machen wollten, beschlossen wir dort zu halten. Das Road House wirkte sehr verschlafen und es war nur der Inhaber (ein Aboriginal) im Laden. Drinnen gab es ein kleines Schild, was den Weg zur Galerie wies. In diesem großen Raum gab es dann so viele Kunstgegenstände, wie wir in ganz Alice Springs zusammen nicht gesehen hatten. Die Preise waren halb so hoch, wie in der Stadt. Klar, dass wir dort mehrere Souvenirs für uns und unsere Eltern kauften. Insgesamt haben wir grad mal 50 Euro ausgegeben, trotzdem haben wir viele Sachen gekauft u.a. ein Bild, das jetzt neben unsere Bar hängt. Der Inhaber gab uns zu dem Bild auch eine Beschreibung mit der Bedeutung der Motive und eine Biographie der Malerin. Außerdem schenkte er Claudia einen Stift mit Aboriginalmotiven. Nach dem Einkaufen fuhren wir weiter nach Alice Springs. Unterwegs mussten wir einmal anhalten, da unsere beiden Tanks schon relativ leer waren. Wir stoppten an einer Raststätte, um zu tanken und sahen dort unseren ersten Emu und unser erstes Känguru. Beide waren in einem kleinen Freigehege und sahen darin nicht gerade glücklich aus. Darum beschlossen wir, keine Fotos zu machen. Wir kamen gegen 18:30 Uhr in Alice Springs an und wollten auf den Big 4 Campingplatz fahren, da dieser sehr schön sein soll. Leider war der Platz nur bis 18 Uhr geöffnet, so dass wir uns einen anderen Campingplatz suchen mussten. Wir fragten am G´Day Mate Campingplatz genau 5 Minuten vor 19 Uhr (um 19 Uhr sollte die Rezeption schließen) und bekamen einen sehr schönen Stellplatz auf einer Wiese unter Bäumen. Da dies unser letzter Abend im Outback war, beschlossen wir, diesmal nicht zu kochen sondern in der Stadt essen zu gehen. Ich hatte in den Reiseinformationen vom ADAC gelesen, dass es im Overlander Steakhouse die besten und größten Steaks des Outback geben sollte. Wir hatten an diesem Tag nicht viel gegessen, darum fuhren wir dorthin. Das Steakhouse war sehr touristisch aufgebaut, denn jeder bekam eine kleine Fahne seiner Heimatnation auf den Tisch gestellt. Dadurch sahen wir, dass wir nicht die einzigsten Deutschen dort waren (es gab noch mehrere andere Nationen, aber nur wenige Australier). Im Lokal spielte ein Mann Gitarre und sang typisch australische Lieder. Manchmal forderte er auch zum mitsingen auf, aber das machten dann natürlich nur die Aussies. Trotzdem war es eine gute Stimmung. Wir bestellten ein Rumpsteak für Claudia und ein Overlandersteak für mich. Claudias Steak wog 550g und meines sogar 800g ! . Trotzdem waren beide perfekt gebraten und waren nicht zäh oder nicht richtig durch. Wir waren total satt! Ich bin zwar kein Mitglied des ADAC, aber alleine für diesen Tipp müsste ich eigentlich eintreten. Es war wirklich ein gelungener Abschluss dieser Reiseetappe, und wir brauchten später auf dem Campingplatz noch mehrere Verdauungsschnäpse, bevor wir ruhig schlafen konnten.
Dienstag, 16. März 2004 Alice Springs – Adelaide
Unser Flug nach Adelaide startete erst um 16 Uhr 30, so dass wir an diesem Tag genug Zeit in Alice Springs verbringen konnten. Entsprechend lange schliefen wir dann auch und ließen uns mit dem Frühstück viel Zeit. Wir packten auch schon unsere Tasche und reinigten den Jeep von innen. Da wir ihn sauber und vollgetankt abgeben mussten, fuhren wir zuerst zu einer Tankstelle um beide Tanks zu füllen und in die Waschanlage zu fahren. Leider hatte die Tankstelle aber keine Waschanlage, so dass wir es bei der nächsten Tanke probierten. Auch dort gab es keine Waschanlage, aber die Angestellte beschrieb uns den Weg zu einer Waschanlage und zeichnete ihn auch in unsere Karte ein. Dadurch fanden wir die einzigste Münzwaschanlage von Alice Springs relativ schnell und konnten unseren Jeep richtig sauber machen. Der Staub und Dreck waren so fest, dass wir mehrere Dollar einwerfen mussten, um den Wagen einigermaßen sauber zu bekommen. Trotzdem hingen noch ein paar Exemplare aus unserer „Schmetterlingssammlung“ im Kühlergrill. Aber auf den ersten Blick sah der Landcruiser wie neu aus. Da wir noch genug Zeit hatten, fuhren wir zurück ins Stadtzentrum und bummelten noch mal durch Alice Springs. Dabei kauften wir noch ein kleines Digereedoo, welches jetzt unter dem Bild aus dem Roadhouse hängt (wir haben keinen Ton rausgebracht). Wir gingen danach kurz auf den ANZAC-Hill, einen kleinen Hügel, von dem man eine schöne Sicht auf die Stadt hat.
Da wir das nächste warme Essen erst in Adelaide bekommen würden, beschlossen wir noch eine Pizza essen zu gehen, bevor wir zur Vermietstation zurückfuhren. Bei der Station gaben wir unseren Wagen ab (die paar Schmetterlinge wurden nicht beanstandet), packten unsere Sachen zusammen und ließen uns dann von einem Taxi zum Flughafen fahren. Wir waren etwas zu früh am Flughafen (es war dort nicht viel los), aber wir verbrachten die Zeit bis zum Abflug an einem Internetterminal. Es ist schon ein schönes Gefühl, wenn man den Leuten in Deutschland schreiben kann, dass man im März 35 °C hat. Unser Flug nach Adelaide dauerte nur 2 Stunden und diesmal war das Flugzeug auch neuer, größer und bequemer als das von Cairns nach Alice Springs. Als wir im Flughafen von Adelaide unser Gepäck abholten, bemerkten wir, dass eine unserer Reisetaschen aufgerissen war. Sie war zwar schon vorher etwas kaputt gegangen, aber jetzt sah es so aus, als würde sie bald auseinanderfallen. Trotzdem schafften wir es in ein Taxi und ließen uns zum Directors Studio Appartements Hotel fahren. Wir bekamen ein schönes großes Zimmer mit Kochgelegenheit und Kühlschrank. Wir ruhten uns erst mal etwas aus und machten uns frisch, bevor wir uns ein Restaurant suchten. Das Directors liegt in der Goucher Street, der Foodstraße von Adelaide. Dort gibt es sehr viele unterschiedliche Restaurants. Wir entschieden uns für ein kleines chinesisches Restaurant und aßen dort das (laut Claudia) beste chinesische Essen, das es gibt. Da es selbst um 22 Uhr noch warm war, saßen wir draußen. Anschließend bummelten wir noch etwas die Straße entlang, meldeten uns telefonisch bei unseren Eltern und gingen dann zurück ins Hotel.
Mittwoch, 17. März 2004 Adelaide
Endlich in einem richtigen Bett ausschlafen! Wir hatten uns diesen Tag zum Erholen eingeplant und blieben daher bis Mittags im Bett. Claudia weckte mich zwar irgendwann um 10 Uhr, weil sie ihr Geschenk zum 17. haben wollte. -Wir schenken uns beide immer eine Kleinigkeit zum 17.- Sie schenkte mir ein Notizbuch, was sie im Roadhouse im Outback gekauft hatte und ich ihr eine Kette mit einem kleinen Koala als Anhänger, den ich am Ayers Rock gekauft hatte. Mittags sind wir dann aufgestanden, haben etwas gefrühstückt und haben Adelaide erkundet. Unser Weg führte uns zuerst ins Stadtzentrum. Adelaide ist eine relativ kleine Großstadt (ca. 1 Mio. Einwohner) mit vielen Parks rund um die Innenstadt. Es gibt nur sehr wenige Hochhäuser. Trotzdem war auf den Straßen viel los, aber da wir eine Woche ohne viel Verkehr und mit wenigen Leuten verbracht hatten, störte uns das wenig. Unterwegs kamen wir an einem Billigladen vorbei und kauften dort natürlich wieder T-Shirts und eine neue Reisetasche (jeweils 10 $Aus). So bepackt suchten wir kurz das Tourismusinformationscenter auf, um uns einige Karten der Umgebung für unseren weiteren Urlaubsverlauf zu holen und gingen dann weiter in Kulturmuseum von South Australia. Von diesem Museum hatten wir durch das Buch „Frühstück mit Kängurus“ von Bill Bryson erfahren, welches ich Claudia zum 17. Februar geschenkt hatte. Daher wussten wir auch, dass der Eintritt ins Museum frei ist. Es gab viele ausgestopfte Tiere und Gegenstände der Aboriginals zu sehen, und es hat uns sehr gut gefallen. Wir blieben lange dort und sahen uns alles an. Unser nächstes Ziel war der Botanische Garten von Adelaide. Auch hier brauchten wir keinen Eintritt zahlen. Es gab nur ein neues Gewächshaus in dem Tropenpflanzen zu sehen, für das man extra zahlen musste. Dort blieben wir aber nicht lange, denn es ist im Innern sehr schwül. Wir genossen lieber die schönen Blumen und Bäume im Freien, und nach einiger Zeit setzten wir uns dann an einen See und aßen dort unser erstes Eis in 2004. Bei 27 °C und strahlendem Sonnenschein schmeckte es uns besonders gut. Da sich das alles doch hingezogen hatte, machten wir uns auf den Weg zu der Haupteinkaufsstraße von Adelaide solange die Geschäfte noch auf hatten (auch in S.A. machen die meisten Geschäfte um 18 Uhr zu). Gekauft haben wir dort aber nichts. Claudia wollte sich erst noch Opale kaufen, entschied sich aber dann doch dagegen. Wir machten noch eine kurze Pause bei Hungry Jacks, der australischen Version von Burger King. Dann bummelten wir langsam zurück zum Hotel, denn uns taten auch schon die Füße weh. Wir erholten uns im Zimmer von unserem Fußmarsch, packten unsere Koffer, weil wir unser Zimmer für die nächsten 2 Tage räumen würden und gingen dann abends nochmals in der Goucher Street essen. Diesmal wollten wir typisch australisch essen, darum gingen wir in ein rustikal aussehendes Restaurant namens Hogs Breath. Dort gab es aber vor allem Steaks – und davon hatten wir in Alice Springs genug gegessen. Deshalb bestellte sich Claudia nur einen Salat und ich mir Hähnchenbrüste (dazu Chips), die auf der Karte in der Abteilung Snacks standen. Wir wollten dann vielleicht noch woanders etwas essen, falls wir nicht satt würden. Aber wir hatten natürlich nicht mit Aussieportionen gerechnet. Claudias Salat war riesig und ich bekam 8 ! Hähnchenbrüste und eine große Portion Pommes. Wie groß wären dann wohl die richtigen Hauptgerichte gewesen, wenn das nur Snacks waren? Wir waren total satt. Nach dem Essen gingen wir noch etwas spazieren und dann bald ins Bett, denn am nächsten frühen Morgen würden wir mit dem Bus nach Kangaroo Island fahren.
Donnerstag, 18. März 2004 Adelaide - Kangaroo Island
Diese Nacht war wieder sehr kurz. Schon um 5 Uhr früh mussten wir uns an der Hotelrezeption melden, da wir dort unser Gepäck für die kommenden zwei Tage abgeben konnten, während wir auf Kangaroo Island sind. Wir gaben vier unserer nun fünf Taschen ab (aber erst, nachdem wir auch wirklich sicher waren, nichts vergessen zu haben). Der Bus, der uns zur Fähre bringen würde, kam pünktlich um 5 Uhr 30, und wir waren nicht die Einzigsten, die nach Kangaroo Island fahren würden. Allein aus unserem Hotel fuhren ca. 20 Leute mit, und als wir am Busbahnhof ankamen, um dort unsere Tickets für die Fähre abzuholen, war der Bus voll, denn er hatte unterwegs noch mehrere Hotels angefahren, um Leute aufzunehmen. Nach dem kurzen Stop am Busbahnhof ging es weiter zur Fähre. Die Fahrt dahin dauerte fast 2 Stunden, aber da wir sehr müde waren, nickten wir immer mal wieder kurz ein. Kurz bevor wir am Fährhafen ankamen erklärte der Busfahrer noch, dass wir uns um unser Gepäck nicht kümmern bräuchten, denn wir würden es erst nach dem Anlegen der Fähre abholen können. Die Fähre war ein großer, recht moderner Katamaran. Weil es schönes Wetter war, und Claudia auf Schiffen oft schlecht wird wenn sie im Ineren sitzt, suchten wir uns einen Platz am Oberdeck. Die Überfahrt dauerte ca. 1,5 Stunden, und das Schiff schwankte manchmal ganz schön. Nachdem das Schiff im Hafen von Penneshaw festgemacht hatte, gingen wir von Bord, holten unser Gepäck und meldeten uns beim Angestellten des Autoverleihers, bei dem wir für 3 Tage einen Wagen gemietet hatten. Er bat uns, noch kurz am Hafen zu warten, weil er erst noch andere Kunden hatte und kam dann wenige Minuten später mit einem blauen Toyota Corolla wieder. Er fuhr uns zum Vermieterbüro und übergab uns nach Ankunft auch gleich die Autoschlüssel. Im Büro erledigten wir die Formalitäten und erhielten nebenbei den Rat, uns im Tourismuscenter Informationen zu holen. Wir fuhren direkt dorthin (traditionsgemäß fuhr Claudia zuerst). Im Center wurden wir wirklich sehr gut informiert. Wir erhielten dort auch kostenlos mehrere Straßenkarten und Reisevorschläge für die drei Tage. Ohne diese Tipps hätten wir bestimmt einige der Highlights dieser Reise verpasst. Einer der Tipps war der Willoughby Leuchtturm, den man auch besichtigen konnte. Dorthin fuhren wir zuerst. Der Weg führte über unbefestigte Schotterpisten, aber wir hatten uns beim Vermieter informiert, dass wir diese mit dem Auto befahren durften. Am Leuchtturm war leider nichts los, denn die Führung hatte grad begonnen, und die nächste würde erst in einer Stunde beginnen. Also nutzen wir das schöne Wetter und machten viele Fotos vom Leuchtturm und den Klippen. Wir beschlossen auf die Führung zu verzichten und stattdessen lieber direkt zur Seal Bay zu fahren, einem Highlight während unseres Besuches. Diesmal fuhr ich und hätte dabei fast eine große Eidechse überfahren. Auf ganz Kangaroo Island gab es nur wenig Verkehr und die Straßen waren ,wie überall in Australien, in gutem Zustand. Wir erreichten Seal Bay gegen Mittag und meldeten uns im Besucherzentrum für eine Führung an. Da es bis zum Beginn der Führung noch ein wenig dauerte, sahen wir uns Seal Bay erst mal von dem frei zugänglichen Bereich an. Wir waren überrascht: Wir hatten mit ein paar Seelöwen gerechnet und sahen hunderte am Strand liegen. Ohne Führer kommt man aber nicht so dicht an die Tiere heran, es sei denn, sie kommen weit den Strand hinauf. Aber da wir eine Kamera mit großem Zoom haben, konnten wir schon so einige Fotos machen. Wir gingen zurück zum Center und die Führung begann. Wir waren nur 10 oder 12 Personen in der Gruppe. Die Rangerin erklärte uns die Sicherheitshinweise : Wir sollten uns langsam bewegen und immer in der Gruppe bleiben. Dann führte sie uns bis höchstens 10 Meter an die Seelöwen ran. Es war toll! Das wir die Tiere so nah sehen konnten, hatten wir nicht erwartet. Wir haben die Seelöwen gesehen, wie sie aus dem Wasser kamen und auch einmal, wie welche kämpften. Die Rangerin erklärte dabei, was die Gesten bedeuten und erzählte auch vieles über die einzelnen Tiere, denn die Seelöwen werden hier auch wissenschaftlich beobachtet. Wir haben dort bestimmt zwei Filme und mehrere Digitalfotos verknipst. Am liebsten wären wir den ganzen Tag am Strand geblieben, aber nach ca. 45 min. war die Tour beendet. Seal Bay war eines der Highlights der gesamten Reise! Es war mittlerweile schon Nachmittag, und wir machten uns auf den Rückweg nach American River, dem Ort, in dem sich unser Hotel, die Kangaroo Island Lodge, befand. Zuerst wollten wir aber noch nach Kingscote fahren, denn dort findet am frühen Abend immer eine Pelikanfütterung statt. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir fuhren dort zum Hafen und ein Fischer erzählte uns, dass die Führung bald losginge. Er kam auch bald wieder und hatte einen Eimer mit Fischen dabei. Die Pelikane kannten dieses Spiel wohl schon, denn sobald der Fischer sich dem Wasser näherte, kamen mehrere Dutzend Pelikane angeflogen. Die Zuschauer schienen die Vögel nicht zu stören, den sie landeten teilweise so dicht vor uns, dass wir sie streicheln hätten können. Wir haben es aber nicht getan, denn die australischen Pelikane sind nicht gerade klein. Der Fischer warf dann Fische in die Luft und die Pelikane fingen sie im Flug auf. Auch Möwen wurden von dem Fisch angelockt und eine Möwe setzte sich bei dem Fischer auf den Kopf. Die ganze Show dauerte ca. 20 min. und kostete grad mal einen Dollar pro Person. Nun war es entgültig Zeit unser Hotel anzusteuern. Wir meldeten uns an der Hotelrezeption und bekamen ein schönes großes Zimmer im Erdgeschoss mit Meerblick. Da wir noch nichts gegessen hatten, reservierten wir auch gleich einen Tisch für zwei im Hotelrestaurant. Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, gingen wir bald Essen, denn die Küche schloss schon um 20 Uhr. Die Kangaroo Island Lodge ist ein vier Sterne Hotel und entsprechend teuer war auch das Restaurant. Wir bestellten beide Fisch (King George Whitting) mit Potatowedges und Gemüse. Es war das schlechteste Essen des Urlaubs. Der Fisch war frisch und schmeckte, aber die Kartoffeln und das Gemüse schmeckten nach nichts. Zudem war die Portion sehr klein. Glücklicherweise hatten wir aber unterwegs ein paar Süßigkeiten gekauft, so dass wir auf dem Zimmern noch etwas zu knabbern hatten. Wir nahmen uns vor, am nächsten Tag woanders essen zu gehen.
Freitag, 19. März 2004 Kangaroo Island
Das Frühstück in der Lodge versuchte den Makel vom Abendessen wieder wett zu machen. Es gab für jeden zwei Eier, 4 Würstchen, 4 Scheiben gebratenen Speck, Tomaten, Pilze usw. Dazu gab es noch Toasts, Aufschnitt und Obst soviel man wollte. So gestärkt machten wir uns bald wieder auf den Weg. Zuallererst kauften wir uns aber noch bei einem kleinen Supermarkt eine Flasche australischen Wein, die wir am Abend auf der Terrasse trinken wollten. Dann ging es K.I. Bush Garden, einem privaten botanischen Garten. Wir waren die einzigsten Besucher dort, aber der Inhaber war sehr freundlich und erklärte uns alles genau. Nach dem wir eine Stunde dort herumgelaufen waren, kauften wir noch ein paar Pflanzensamen als Souvenir für Claudias Mutter. Anschließend wollten wir zu Pauls Place fahren, einem privaten Zoo. Leider machte dieser aber erst etwas später auf, deshalb fuhren wir zuerst zum schönen Stand der Stokes Bay. Der Strand liegt etwas versteckt, deshalb muss man vom Parkplatz aus durch einige Felsen klettern. Aber der Weg ist ausgeschildert und wir fanden ihn auch sofort. Das Klettern hat sich aber auch gelohnt, denn der Strand ist wirklich wunderschön. Wir hatten diesmal unsere Badesachen dabei, darum machten wir erst mal etwas Pause und legten uns in die Sonne. Wir waren die einzigsten Besucher an diesem schönen Tag. Nach einer Stunde merkten wir doch langsam die Intensität der Sonne, darum beschlossen wir jetzt zurück zu Pauls Place zu fahren. Auch jetzt schien es noch geschlossen zu sein, aber dann bemerkten wir ein kleines Schild, auf dem gebeten wurde, das Tor nach der Durchfahrt wieder zu schließen. Wir fuhren durch, schlossen das Tor wieder und parkten dann bei den anderen drei Autos, die dort schon standen. Die Tour hatte scheinbar gerade erst begonnen, und wir wurden von Paul eingeladen mitzukommen. Er führte uns alle zu einer Scheune, und führte dort der Gruppe vor, wie ein Schaf geschoren wird. Das war wohl sehr anstrengend, denn nach dem er das Schaf geschoren hatte, wirkte er sehr geschafft. Trotzdem war er (wie alle Australier) sehr freundlich und wollte unsere Namen wissen, woher wir kommen und was wir von Beruf sind. (Wie erklärt man Amtsanwältin auf englisch? Irgendwie hat er es dann doch verstanden.) Danach führte er uns in seinen Garten. Dort gab es mehrere Kängurus, die sehr zutraulich waren. Paul drückte Claudia einen Eimer mit Futter in die Hand und verschwand dann ins Haus. Die Känguruhs wussten natürlich, was in dem Eimer ist und hüpften alle auf Claudia zu, so dass sie den Eimer auf einen hohen Zaun abstellen musste. Jeder nahm sich dann eine Handvoll von dem Futter und fütterte die Kängurus. Das war sehr lustig, denn sie hielten sich mit den Vorderbeinen am ausgestreckten Arm fest und fraßen aus der Hand. Gelegentlich schubsten sie auch ihre Mitkonkurrenten ums Futter mit dem Kopf oder den Vorderfüßchen weg. Neben den Kängurus gab es auch ein paar Enten, Hühner und junge Emus, die gefüttert werden wollten. Aber die Emus haben wir nur wenig aus der Hand fressen gelassen, denn ihre Schnäbel pieken in die Hand. Ein paar Minuten später kam Paul zurück mit einem Possum auf dem Arm und einer großen Schlange um den Hals. Noch ehe ich etwas sagen konnte, hängte er mir die Schlange über. Sie fühlte sich an wie ein kalter Gummireifen, aber ganz wohl war mir anfangs doch nicht dabei. Claudia durfte währenddessen das Possum halten. Er nahm mir die Schlange dann wieder ab und hängte sie den anderen Besuchern um (natürlich auch Claudia). Dann zeigte er uns noch, dass eines der Kängurus ein Junges im Beutel hatte. Die anderen Teilnehmer der Führung hatten jetzt schon alles gesehen, drum blieben wir allein mit Paul. Er brachte die Schlange und das Possum wieder zurück und führte uns zu einem Zaun, an dem ich mich stellen sollte. Er sagte Claudia, dass sie gleich ein Foto machen könne, dann nahm er mir meinen Hut ab und streute einige Körner auf meinen Kopf. Ich wusste nicht, dass hinter dem Zaun ein Strauß war, der scheinbar noch nichts gefressen hatte und daher sofort die Körner von meinem Kopf pickte. Claudia hat davon nur ein Foto gemacht, den ich sah dabei nicht glücklich aus (Straußenschnäbel zwicken ganz schön). Danach führte er uns in ein eingezäuntes Gehege und gab uns dort ein Tier auf den Arm, was mir weitaus sympathischer war, als der verfluchte Strauß: einen Koala. Der war so süß, dass wir ihn am liebsten behalten hätten. Sein Fell war ganz weich. Leider nahm Paul uns den Koala wieder ab und führte uns dann in ein weiteres Gehege. Hier gab es mehrere Papageien, und Paul setzte uns welche auf die Schulter und auf meinen Hut. Dann war die Führung leider beendet. Wenn wir wieder nach Kangoroo Island kommen sollten, würden wir noch mal zu Pauls Place fahren, denn das durfte man wirklich nicht verpassen. Wir fuhren von Pauls Place zu einem weiteren Tierpark, dem Pardana Wildlife Park. Dieser Park ist etwas professioneller als Pauls, aber es gab auch mehr Tiere zu sehen. Auch hier konnte man ein Freigehege mit Kängurus betreten und diese auch füttern. Dabei sahen wir auch wie ein kleines Känguru aus dem Beutel seiner Mutter schaute. Außerdem gibt es viele Vögel in Käfigen und in einer großen Freiflughalle. In einem anderen Gehege sahen wir unseren ersten und einzigen Wombat. Aber die Idee, zwei Zoos hintereinander zu besuchen, war wohl doch nicht so gut, denn wir blieben nicht allzu lange dort und hatten nun auch erst mal genug Tiere gesehen. Deshalb fuhren wir zum schönen Snelling Beach. Auch dieser Strand war schön und recht einsam, so dass wir einen Strandspaziergang machten. Irgendwann war es Zeit wieder zurück nach American River zu fahren, um dort noch etwas zu essen. Wir fanden dort auch einen Take Away Imbiss, aber dieser hatte leider schon zu. Darum suchten wir nach einem anderen Restaurant, denn wir wollten nicht noch mal in unserem Hotel essen. Nur leider gab es scheinbar kein anderes Restaurant in American River, und wir wollten nicht im Dunkeln noch fahren (Kängurus wissen scheinbar nicht, wie man eine Straße überquert, denn wir sahen viele Kängurukadaver am Straßenrand. Mit dem Landcruiser hätten wir es vielleicht noch wagen können, denn der hatte einen Rammschutz (sog. Roo- Bars), aber nicht mit dem Corolla. Also mussten wir wieder in der Kangoroo Island Lodge essen. Diesmal aßen wir Pasta nach Art des Hauses und die war gar nicht so schlecht (aber auch nicht perfekt). Nach dem Essen begaben wir uns dann auf unser Zimmer, stellten die Stühle auf die Terrasse und begannen unsere Flasche Wein zu leeren. Plötzlich hörten wir in den Büschen vor uns ein rascheln und dann kam ein Wallaby ganz nah zu uns. Wallabies sind kleine Kängurus die es vor allem auf Kangaroo Island gibt. Claudia schlich sich leise zurück ins Zimmer und holte etwas Brot aus unserem Rucksack. Das warfen wir dann dem Wallaby hin. Anfangs war es noch etwas misstrauisch, aber dann erkannte es, dass dieses merkwürdige weiche Zeug harmlos ist. Es nahm das Brot mit den Vorderpfoten und knabberte daran. Wir haben dann noch mehr Brot hingeworfen und irgendwann war das Wallaby satt und verschwand. Es kam Nachts wahrscheinlich wieder, denn als wir am nächsten morgen aufwachten und nachschauten, war das ganze Brot, das wir verstreut hatten weg.
Samtag, 20. März 2004 Kangaroo Island – Adelaide
Heute Abend würden wir Kangaroo Island verlassen, darum packten wir nach dem Frühstück erst mal unsere Reisetasche. Diesmal wollten wir uns zuerst die Little Sahara ansehen, eine Sandwüste; dann zum Hanson Sanctuary, wo es freilebende Koalas gibt und danach in den Flinders Chase National Park. Zur Little Sahara führt eine kleine Straße, die von der Hauptsraße abzweigt, und die wir beim ersten Vorbeifahren übersehen haben. Wir fuhren also die Strecke noch einmal zurück und fanden dann eine sehr schmale Schotterpiste und ein sehr kleines Schild, das zur Little Sahara wies. Die Suche hatte sich aber gelohnt, denn es sah dort wirklich so aus, wie man die Sahara von Fernsehbildern kennt. Die Sandberge waren 30 Meter hoch, und es war sehr schwer dort raufzuklettern. Ich habe es ein paar mal versucht und habe es dann sein gelassen. Claudia ist dann allein auf einen Berg geklettert. Wir machten ein paar Fotos und fuhren dann weiter zum Hanson Sanctuary Koala Walk. Der Walk ist eine Reihe von Eukalyptusbäumen, in denen es anscheinend immer Koalas gibt. Es gab einen großen, allerdings leeren, Parkplatz, und man wurde um eine Spende zum Erhalt des Walks gebeten. Natürlich haben wir auch gespendet, und es war die zwei Dollar wert. Wir haben bestimmt 15 Koalas in den Bäumen gesehen. Manche hingen so weit unten, dass wir sie fast berühren konnten, aber es gab auch welche, die hoch oben in den Bäumen schliefen, wo wir sie nur mit dem Fernglas gut sehen konnten. Es war niedlich, diese putzigen Tierchen mal live zu sehen. Danach fuhren wir zum größten Nationalpark auf Kangaroo Island, dem Flinders Chase National Park. Wir holten uns beim Besucherzentrum eine Eintrittskarte und fuhren dann zum Admirals Arch an der Küste. An der Küste gab es auch eine Robbenkolonie, aber man kam diesmal nicht ganz so nah an die Tiere ran, wie in Sealbay. Trotzdem konnten wir die Robben gut sehen. Wir waren von der tobenden Brandung beeindruckt und sahen das Wasser in meterhohen Fontänen aufschießen. Ein ausgebauter Weg führt unter den Arch (ein vom Meer ausgespülter Bogen, wie eine Brücke). Dort gab es noch mehr Robben, und wir sahen sie auch von Felsen in das tosende Wasser springen. Dann fuhren wir weiter zu den Remarkable Rocks. Die Rocks sind Felsen, die vom Wind und Meer zu sehr abstrakten Formen geschliffen wurden. Es sieht sehr originell aus, und wir machten mehrere lustige Fotos dort. Eigentlich wollten wir danach zum Besucherzentrum des Parks zurück und von dort noch eine kurze Wanderung unternehmen, aber erst mal wollten wir dort etwas essen. Die Küche schloss dort schon um 15:30 Uhr, und wir kamen im letzten Augenblick noch an, um uns zwei Aussieburger zu bestellen. Da wir noch eine lange Fahrt bis zum Fähranleger in Penneshaw vor uns hatten, verzichteten wir auf die Wanderung und fuhren direkt nach dem Essen los. In Penneshaw gaben wir unseren Wagen ab und gingen dann gegen 19 Uhr wieder an Bord der Fähre. Wieder auf dem Festland ging es mit dem Bus zurück nach Adelaide. Wir kamen gegen 23 Uhr in unserem Hotel an und bezogen ein neues Zimmer. Da wir noch nicht viel gegessen hatten, gingen wir noch mal zu einem Chinesen in der Goucher Street.
Sonntag 21. März 2004 Adelaide – Tanunda
Dieser Tag sollte sehr stressig beginnen! Wir wollten heute unseren Camper für die nächsten zwei Wochen abholen. Nachdem wir auf dem Zimmer gefrühstückt hatten, packten wir unsere fünf Reisetaschen und checkten aus unserem Hotel aus. An der Rezeption ließen wir uns ein Taxi rufen, das uns zur Abholstation von Kea- Campers in Adelaide bringen sollte. Die Adresse stand auf unserem Reisegutschein. Wir zeigten dem Fahrer (einem Inder oder Pakistani) den Gutschein, und er fuhr uns zu der angegebenen Adresse. Nur gab es dort leider keine Kea Station. Der Taxifahrer beharrte aber darauf, dass dies die richtige Adresse sei. Leider funktionierten unsere Handys nicht, so dass wir auch nicht die Telefonnummer auf dem Gutschein anrufen konnten, um dort etwas zu erfahren. Unser Chauffeur hatte auch kein Handy und auf die Idee einen Kollegen über Taxifunk zu fragen, wo sich Kea-Campers befindet, kam er auch nicht. Zumindest verbot ihm das wohl sein Stolz, denn er versuchte es nicht mal, obwohl wir ihn darum baten. Wir hatten die Vermietstation bei der Rückkehr von Kangaroo Island gesehen und wussten daher, dass sie an der Straße dorthin liegt. Aber der Taxifahrer wollte auch nicht diese Straße entlang fahren. Wir wollten diesen unfähigen Mann loswerden, darum ließen wir uns an der falschen Adresse absetzen und bezahlten die Fahrt (ohne Trinkgeld versteht sich). Zuerst wollten wir die Straße einfach weiterlaufen, in der Hoffnung die Station allein zu finden. Aber wir waren so bepackt, dass es zu anstrengend gewesen wäre, außerdem machte die Station Sonntags schon um 13 Uhr zu. Wir fragten eine Passantin, ob sie wüsste, wo die Station jetzt sein könnte, aber sie wusste es auch nicht. Also versuchten wir noch mal ein Taxi zu bekommen – diesmal hoffentlich mit einem intelligenteren Fahrer. Wir winkten allen vorbeifahrenden Taxis zu und irgendwann hielt auch endlich eines an. Der Fahrer war wieder ein Inder, aber er war weitaus freundlicher als sein Kollege. Wir erklärten ihm unser Problem, und er rief daraufhin mit seinem Handy die Zentrale von Kea in Sydney an, um die richtige Adresse in Adelaide herauszubekommen. Es stellte sich später heraus, dass Kea im Juni 2003! umgezogen war, und unser Reisebüro das nicht beachtet hatte. Wir wollten deswegen einen Beschwerdebrief an den Reiseveranstalter schreiben, haben das aber noch nicht getan. Nachdem er die richtige Adresse erhalten hatte, fuhr uns unser neuer Taxifahrer dorthin. Als er uns bei Kea abgesetzt hatte, gab Claudia ihm 30 Dollar für eine Fahrt, die nur 14 Dollar gekostet hatte. Bei Kea mussten wir erst mal warten, weil vor uns zwei deutsche Paare waren, die ihre Camper abgeben wollten. Dabei erfuhren wir, dass sie auch die alte Adresse erhalten hatten. Beide Paare hatten den gleichen Van wie wir gehabt und waren sehr zufrieden damit. Eine Frau riet uns allerdings, um zusätzliches Bettzeug zu bitten und das taten wir dann auch. Das eine Paar flog anschließend nach Alice Springs und unsere Berichte von den Fliegen hatte ihnen wohl etwas die Vorfreude verdorben. Nachdem die Paare abgefertigt waren, kamen wir dran. Wir bekamen einen 2 Bett Deluxe Camper auf Ford Transit Basis. Der Wagen war noch recht neu und in sehr gutem Zustand. Der freundliche Angestellte erklärte uns alles und führte uns alles vor. Da dieser Wagen etwas größer und komplizierter war als der Jeep, hörten und sahen wir genau zu. Im Auto befand sich aber auch noch eine Bedienungsanleitung auf deutsch. Nachdem wir unsere Reisetaschen in den Camper verladen hatten (diesmal reichte der Platz), ließen wir uns noch den Weg zum nächsten Supermarkt und von dort aus ins Barossa Valley erklären. Wir steuerten zuerst ein großes Einkaufszentrum an (natürlich durfte Claudia zuerst fahren) und deckten uns mit Lebensmitteln, Wasser und Bier ein. Dann fuhren wir in Richtung Barossa Valley. Die Fahrt dauerte nur eine Stunde, dann kamen wir auf dem Tanunda Caravan Park an. Wir wollten an diesem Tag nicht soviel fahren, weil der Wagen für uns noch neu war, und wir außerdem früh auf dem Campingplatz sein wollten, um unsere Sachen auszupacken und zu waschen. Wir bekamen einen schönen Stellplatz zugewiesen und begannen sofort mit dem Auspacken. Ich erklärte mich bereit auf die Münzwaschmaschine aufzupassen ( da ich ein Buch dabei hatte, verging diese Zeit relativ angenehm), während Claudia die anderen Sachen im Camper auspackte und verstaute. Im Transit war genug Platz und sie hat alles gut untergebracht. Wir mussten mehrere Maschinen waschen, denn wir konnten ja nicht noch mehr Gepäck mitnehmen. Dadurch zog sich das ganz schön hin, und wir waren erst nach Einbruch der Dunkelheit fertig. Wir machten uns was zu Essen und schrieben dann ein paar Karten, die wir in Tanunda einwerfen wollten. Bis zum Ort waren es nur ein paar Minuten Fußweg. Tanunda wurde, wie viele Orte im Barossa Valley, von deutschen Einwanderern gegründet, aber wir sahen nicht viel „typisch deutsches“. Wir sahen uns aber auch nur kurz den Ort an (es war schon dunkel und nichts mehr los), warfen die Karten in einen Briefkasten (sie brauchten nur eine Woche bis Deutschland – unsere Karten aus Griechenland brauchten 2 Monate) und gingen zurück zum Campingplatz.
Montag, 22. März 2004 Tanunda – Robe
Wir brachen früh auf und fuhren weiter durchs Barossa Valley. Heute Abend wollten wir im Coorong National Park sein und dort an einer Lagune Campen. Darum hatten wir eine größere Strecke zu fahren. In unserem Reiseführer stand das Angaston ein schöner Ort im Barossa sein soll, darum fuhren wir zuerst dorthin. Es ist wirklich ein netter kleiner verschlafener Ort. Viel zu sehen gab es aber nicht, darum fuhren wir bald weiter. Unser nächster Stop war in Mannon, einem Ort am Murray River. Hier war etwas mehr los, weil man ab hier auch Hausboote für Fahrten auf dem Murray chartern kann. Wir hatten so was schon zweimal in Irland gemacht. Da der Ort auch sehr schön war, machten wir eine längere Pause. Wir kauften uns beim Bäcker ein paar Donuts und setzten uns auf eine Bank mit Blick auf den Fluss. In unserer Nähe saßen ein paar Pelikane, und ich konnte diesen großen Augen nicht widerstehen, also verfütterte ich bestimmt die Hälfte meines Donuts. Bevor wir weiterfuhren, machten wir uns noch mal frisch, und fanden dadurch die wahrscheinlich sauberste öffentliche Toilette Australiens. Australien ist sehr sauber, aber diese Toilette hätte auch aus einem 5 Sterne Hotel sein können. Außerdem kauften wir noch frisches Obst und einen 2 Liter Pappkarton Chardonay. Über Murray Bridge fuhren wir zum Coorong Nationalpark. Dort war es aber nicht so schön, wie wir es uns vorgestellt hatten. Da es in den letzten Monaten sehr warm gewesen war, war die Lagune beinahe ausgetrocknet. Zudem führte eine Schotterpiste zum Campingplatz, und die durften wir mit unserem Camper nicht befahren. Wir überlegten, ob wir es doch tun sollten, entschieden uns aber dagegen. Stattdessen beschlossen wir noch ein paar Kilometer weiter nach Robe zu fahren. Eigentlich wollten wir erst am nächsten Tag nach Robe fahren, aber so gewannen wir gleichzeitig einen Tag und vielleicht ist es in Robe ja schöner. Den gewonnen Tag wollten wir dann am Strand von Robe verbringen. Also fuhren wir dorthin und suchten uns für zwei Tage einen Platz auf dem Big 4 Campingplatz. Der Platz lag nur zwei Minuten vom 17 Mile Beach entfernt. Es war ein schöner großer sauberer Campingplatz. Der Platz lag etwas außerhalb vom Ortskern, aber es gab einen schönen Fußweg an den Klippen entlang in den Ort. Da wir nach der Fahrerei keine Lust aufs Kochen hatten, beschlossen wir, kurz den Ort zu erkunden und dann dort etwas zu essen. Zuerst gingen wir aber an den Strand. Wir hatten uns mit der Weiterfahrt richtig entschieden, denn nachdem wir die Dünen durchquert hatten, hatten wir einen Blick auf einen endlosen einsamen Sandstrand. Wir freuten uns schon, morgen dort zu liegen und gelegentlich in die Wellen zu hüpfen. Nachdem wir dem Klippenweg in den Ort gegangen waren, waren wir etwas überrascht. Wir hatten mit einem Touristenort gerechnet, aber es war nur ein kleines Örtchen mit ein paar Geschäften und Restaurants. Die meisten Restaurants hatten zudem schon zu, darum gingen wir zu einem Take Away. Wir bestellten zwei Portionen Fish & Chips. Natürlich waren es wieder Riesenportionen, und wir haben nicht alles geschafft, obwohl wir am Tag noch nicht viel gegessen hatten. Nach dem Essen gingen wir zurück zum Campingplatz. Wir setzten uns nach draußen und hofften, das morgen genauso schönes Wetter wie heute sein würde.
Dienstag, 23.März 2004 Robe
Ausschlafen! Da wir diesen Tag durch unsere Weiterfahrt gewonnen hatten, wollten wir uns heute mal richtig erholen. Bei 28° C im Schatten, strahlendem Sonneschein und einem 17 Meilen langen wunderschönen, einsamen Strand vor dem Zeltplatz fiel uns die Entscheidung leicht, wie wir den Tag verbringen würden. Das Wasser war zwar schon etwas kühl, aber als wir erst mal drin waren, wollten wir nicht wieder raus. Wir blieben bis nachmittags am Strand, dann merkten wir langsam, dass wir soviel Sonne noch nicht gewohnt sind (trotz Sonnencreme) und gingen zurück zu unserem Van. Nachdem wir kalt geduscht und uns etwas ausgeruht hatten, gingen wir noch mal in den Ort, um zu sehen, ob dort jetzt mehr los ist. Auch am Tage war in Robe nicht viel mehr los. Auf dem Rückweg zum Camper gingen wir noch in einen Supermarkt und kauften uns ein paar Steaks und alles was man so zum Grillen braucht, denn wir wollten am Abend unser erstes Barbecue machen. Auf jedem australischen Campingplatz gibt es Barbecuegrills. Die Benutzung der Grills ist meistens umsonst oder kostet höchstens 50 Cent. Auf unserem Campingplatz in Robe gab es zwei Grills., und wir hatten Glück, denn beide waren frei. Es gab auch noch , wie auf vielen anderen Plätzen auch, eine voll ausgestattete Campingküche mit Herd, Backofen und Mikrowelle. Die Grills waren sauber und Grillzange und Fleischgabel hatten wir im Inventar unseres Vans. Das Grillen klappte sehr gut und die Steaks wurden sehr lecker. Da uns das viel Spaß gemacht hatte, und wir zu Hause nur selten grillen, beschlossen wir, dass noch öfters zu tun. Bei Steaks und Bier ließen wir diesen angenehmen Tag ausklingen.
Mittwoch, 24. März 2004 Robe – Mt. Gambier
Wir wären gern noch einen Tag in Robe geblieben, aber wir mussten weiter. Zuerst fuhren wir nach Beachport, einen kleinen Ort, nur ein paar Kilometer von Robe entfernt. In Beachport wären wir geblieben, wenn wir nicht den einen Tag in Robe verbracht hätten, denn es ist ebenfalls ein kleiner hübscher Ort an der Küste. Es gibt dort einen 800 Meter langen Bootssteg, wo viele Angler saßen. Wir gingen einmal bis zum Ende des Stegs, betrachteten das türkise Meer und fuhren dann weiter nach Mount Gambier. Mt. Gambier ist wieder eine etwas größere Stad,t und wir fuhren dort zuerst zum Visitor Centre. Das Besucherzentrum kann man kaum verfehlen, denn es befindet sich im Nachbau eines Segelschiffes nahe an der Hauptraße. Wir besorgten uns etwas Informationsmaterial und fuhren dann in die Stadtmitte. Dort bummelten wir etwas herum und sahen uns die Geschäfte an. Gekauft haben wir aber nichts, denn es gab nur sehr wenige Souvenirs (und keine T-Shirts). Da wir in der Stadt einen Telefonladen sahen, fragten wir dort um Rat, weshalb wir unsere Handys nicht benutzen konnten. Der freundliche Angestellte versuchte es erst selbst, bekam aber auch keinen Empfang. Darum rief er bei Telstra in Sydney an, dem australischen Partner der Telekom. Die konnten ihm aber auch nicht weiterhelfen. Er gab uns die Handys wieder, hatte aber während seiner Versuche mein Handy so verstellt, dass ich noch nicht mal SMS empfangen konnte. Aber das habe ich alleine wieder hingekriegt. Danach fuhren wir zum Big 4 Campingplatz am Blue Lake. Der Platz war sehr schön gelegen, sauber und sehr ruhig. Aus unserem Informationsmaterial wussten wir, dass sich in der Nähe des Campingplatzes ein kleiner Wildpark befindet. Da es bis zum Sonnenuntergang noch zwei Stunden hin war, gingen wir zu diesem Park. Es war ein kleines Wildgehege in dem Kängurus, Emus und mehrere andere Kleintiere und Vögel lebten. Der Eintritt war frei und es gab Tafeln mit Erklärungen der Tiere und Pflanzen. Als die Sonne langsam unterging gingen wir zurück zum Campingplatz. Claudia kochte das Essen, während ich den Campingtisch und Stühle aufbaute. Nach dem Essen genossen wir den Sternenhimmel und tranken dabei Whisky-Cola.
Donnerstag 25. März 2004 Mt. Gambier – Warnambool
Bevor wir Mt. Gambier verließen, mussten wir uns natürlich die Hauptattraktion der Stadt ansehen: Den Blue Lake. Das ist ein Kratersee, der sich aus ungeklärten Gründen während der Sommermonate strahlend blau färbt. Wir waren allerdings nicht während des Sommers dort, deshalb sahen wir nur einen ganz normalen See. Nachdem wir am See waren, fuhren wir noch zum Umpherston Sinkhole, einer eingestürzten Höhle, die jetzt nur noch ein schöner Garten ist. Eigentlich hätten wir dort zur Abenddämmerung schon hinfahren sollen, denn dann kann man dort die Possums füttern, die dann erst aktiv werden. Wir wollten aber nicht im dunkeln fahren. Trotzdem war das Sinkhole sehr schön. Wir hatten sehr großes Glück und entdeckten unter einem Felsvorsprung doch noch ein einsames Possum, das wohl den Sonnenaufgang nicht bemerkt hatte. Ich schickte Claudia zurück zu unserem Van, und sie kam mit meiner Zoomkamera und etwa Brot zurück. Das Possum war sehr zutraulich und fraß uns aus der Hand. Wir fütterten es so lange bis es satt war und sich in eine Höhle zurückzog. Über Nelson fuhren wir nach Cape Bridgewater, um uns dort die Blowholes und den versteinerten Wald anzusehen. Die Löcher sind in der Steilküste, bei denen die Brandung wie bei einem Geysir hochschießt, wenn die Wellen dort ankommen. Leider gab es zu unserem Zeitpunkt nur wenige Wellen, so das wir dieses Schauspiel der Natur nicht miterleben konnten. Darum gingen wir weiter zum versteinerten Wald. Von dem Wald sieht man allerdings nur noch die versteinerten Baumstümpfe, aber es war schon interessant, das die schon Milliarden Jahre überstanden hatten. Dann fuhren wir zum Strand von Cape Bridgewater. Der Strand war schön, aber leider war das Wetter nicht so, so dass wir nur einen langen Strandspaziergang machten. Unseren nächsten Stop legten wir im Fischerort Port Fairy ein.. Es ist einen schöner Ort mit einem idyllischen Hafen. Wenn wir zu einer anderen Jahreszeit dort gewesen wären, hätten wir von dort aus Whalewatching machen können, denn die Wale ziehen dort sehr nah an der Küste vorbei. Damit ist auch das Verkehrsschild erklärt, das wir mitten in der Hafeneinfahrt gesehen hatten und das einen Wal zeigte. Wir haben in Australien viele unterschiedliche der berühmten Verkehrsschilder gesehen – Achtung Kängurus, Achtung Koalas, Achtung Wombats , Achtung Pinguine ! usw. – aber noch nie eines mit einem Wal drauf. Wir wanderten dort noch ein wenig in den Dünen umher und fuhren dann zum Zielpunkt unserer Etappe, nach Warnambool. Wir stellten unseren Camper auf dem Ocean Beach Village Campingplatz ab, einem hübschen kleinen Platz direkt hinter den Dünen. Wir ruhten uns ein wenig aus und gingen dann zu den Barbecuegrills. Diesmal waren wir dort nicht allein. Es waren mehrere Australier dort, und sie waren natürlich neugierig, woher wir kamen. Da unser Englisch zwar nicht perfekt, aber doch akzeptabel ist, unterhielten wir uns mir den Leuten während des Steakbratens. Eine Frage, die uns jeder Aussie auf einem Campingplatz stellte war: Gibt es in Deutschland auch Barbecues? Die Australier lieben das Barbecue und hätte ich nein gesagt, würde wahrscheinlich kein Australier freiwillig nach Deutschland reisen. Darum sagten wir immer, das es das in Deutschland auch gibt, aber nicht soviel wie in Australien. Noch während wir aßen (die Australier gingen wieder zurück zu ihren Wohnwagen) kam ein Angestellter der Campingplatzes und reinigte sofort den Grill. Wir hätten das natürlich auch selbst gemacht, aber das war ein richtiger Service. Nach dem Essen gingen wir im Dunkeln auf der Strandpromenade spazieren. Danach setzten wir uns noch ein wenig vor den Camper und tranken unseren Wein aus dem Pappkarton.
Freitag 26. März 2004 Warnambool – Apollo Bay
Da Warnambool ein etwas größerer Ort ist, deckten wir uns erst mal wieder bei einem Shoppingcenter mit Lebensmitteln ein. Dann ging es weiter zur berühmtesten Strecke Australiens, der Great Ocean Road. Die Great Ocean Road beginnt schon nah bei Warnambool, aber die bekannteren Sehenswürdigkeiten beginnen erst hinter Port Campbell.
In Port Campbell holten wir uns wieder Informationsmaterial über die nächste Strecke, die vor uns lag. Eine der Damen dort sprach deutsch und gab uns ein paar Tipps. Sie erwähnte einen Bäcker in Laves Hill und riet uns, uns den Regenwald im Melba Gully StatePark anzusehen. Aber zuerst mussten wir natürlich die Great Ocean Road sehen. Die Straße führt in der Nähe der Küste entlang und immer wenn es etwas zu sehen gibt, führt ein Abzweig dahin. So konnten wir keinen Viewpoint verpassen. Wir waren natürlich auch an den bekanntesten Punkten der Strecke. Zuerst am Loch Ard Gorge, einer Bucht wo im Jahre 1870 oder so ein Schiff strandete und nur zwei Personen das Unglück überlebten. Man kann dort zum Strand hinunter laufen und es stehen mehrere Hinweistafeln die an das Unglück erinnern. Dann waren wir an der London Bridge, zwei ausgespülten Bögen, die an eine Brücke erinnern, die ins Meer führt. Mittlerweile ist es aber nur noch ein Bogen, denn die „Brücke“ stürzte irgendwann in den 80er Jahren ein. Dann kamen wir zu der berühmtesten Station an der Great Ocean Road: Den 12 Aposteln. Dort war es etwas touristischer als an den anderen Stationen. Trotzdem gab es keine Geschäfte die Souvenirs oder anderen Kitsch verkauften. Aber es gab einen großen Parkplatz und ein kleines Besucherzentrum. Vom Zentrum führt ein Weg zu einer Aussichtsplattform, von der man einen guten Blick auf die 12 Apostel hat. Die 12 Apostel sind Felsnadeln die vor der Küste im Meer stehen. Eigentlich sind es nur noch 8 , aber angeblich waren es früher mal 12 Nadeln. Hier war sehr viel los, denn es ist halt eines der Motive, die in jedem Australienbuch zu sehen sind. Außerdem ist es nicht mehr allzu weit bis nach Melbourne und wahrscheinlich kamen von dort viele Tagesausflügler. Leider war zu unserem Zeitpunkt das Wetter nicht so gut, aber wir haben uns trotzdem vor den Felsen fotografieren lassen. Nach den 12 Aposteln musste ich fahren (wir wechselten uns immer ab). Die Road führt dann langsam von der Küste weg und durch ein Gebirge. Die Straße wurde steiler und die Kurven immer enger. Mit meinem BMW hätte mir die Strecke sicher Spaß gemacht, aber mit dem Transit war es eine Quälerei. Zudem wurde es spät, und wir wollten eigentlich noch bis Lorne kommen. Daher überlegten wir kurz, den Melba Gully State Park auszulassen und weiter zu fahren. Aber wir fuhren dann doch hin, und es war eine gute Entscheidung. In dem National Park führt ein kleiner Wanderweg durch den Regenwald. Es war sehr interessant dort, und wir waren besonders von den baumgroßen Riesenfarnen fasziniert. Außerdem gab es dort einen Riesenbaum mit einem Umfang von 30 Metern. Nach dem Laufen hatten wir natürlich Hunger und darum passte es uns gut, dass es nicht weit bis zum Bäcker in Lavers Hill war. Die Frau im Besucherzentrum hatte nicht zuviel versprochen, denn im Laden sah es so aus, wie im Schlaraffenland. Es gab riesige Cookies, Brownies, Lamingtons und andere leckere Sachen, die wir noch nie vorher gesehen hatten. Nur unserer Vernunft und dem Umstand, dass wir schon spät dran waren ist es zu verdanken, dass wir nicht zugenommen haben. Wir kauften uns darum nur ein paar süße Sachen für unterwegs. Da wir es bis Lorne nicht mehr schaffen würden, beschlossen wir in Apollo Bay einen Campingplatz zu suchen. Das war allerdings gar nicht so leicht, denn genau an diesem Wochenende fand das Apollo Bay Music Festival statt und der kleine Big 4 Campingplatz war restlos ausgebucht. Daher versuchten wir unser Glück auf dem Apollo Bay Camping Park. Der Besitzer des Parks nutzte das Festival schamlos aus und so bezahlten wir dort die höchste Gebühr für einen Stellplatz. Zudem war der Platz nicht sonderlich schön und da viele Jugendliche dort übernachteten, war es auch nicht gerade leise. Das hielt uns natürlich nicht davon ab, abends nach dem Essen noch in den Ort zum Festival zu gehen. Dort waren mehrere Festzelte aufgebaut. Leider kam man nur in ein Zelt umsonst rein, für die anderen musste man eine Eintrittskarte kaufen, die dann für drei Tage gültig gewesen wäre. Also gingen wir nur in das eine Zelt und waren ein paar Minuten beim Konzert eines unbekannten Rockmusikers dabei. Obwohl wir den Künstler nicht kannten, war die Stimmung gut (vielleicht kannten ihn die Aussies besser). Ansonsten war leider noch nicht allzu viel los, denn offiziell begann das Festival erst am Samstag. Darum waren wir auch nicht so spät im Bett wie befürchtet. Leider feierten die Jugendlichen auf dem Campingplatz schon heute und es war nachts recht laut.
Samstag 27. März 2004 Apollo Bay – Lorne
Nachdem wir diese Nacht nicht gut geschlafen hatten, und es uns auf dem Campingplatz auch nicht so gut gefiel, brachen wir relativ früh auf. Zuerst fuhren wir noch mal in den Ort, weil wir wussten, dass dort ab 10 Uhr ein Kunstmarkt stattfindet. Wir hatten heute nur einen Strecke von 30 Kilometern vor uns, so dass wir uns genügend Zeit nehmen konnten, um über den Markt und durch den Ort zu bummeln. Auf dem Markt gab es mehrere Stände, die Kleinkunstartikel anboten. Vieles sah nett aus, aber wir haben nichts gekauft. Auch im Ort selber war viel mehr los, als wir es von den australischen Örtchen gewohnt waren. Es waren viele Straßenmusikanten und Gaukler im Ort. Es war ganz anders als die verschlafenen Orte, die wir vorher erlebt hatten. Wir gingen dann zu unserem Wagen zurück und fuhren ca. zwei Kilometer aus dem Ort und hielten in der Nähe des Strandes. Bei Apollo Bay gibt es schöne Sandstrände und wir zogen uns unsere Badesachen an und legten uns in die Sonne. Außerdem ist die Gegend bei Surfern sehr beliebt, denn es gibt dort schöne Wellen. Darum machte es uns im Wasser besonders viel Spaß, auch wenn das Wasser doch recht kühl war. Wir blieben bis zum Nachmittag am Strand, dann fuhren wir nach Lorne. Die Strecke nach Lorne führt am Meer in Serpentinen durch die Berge, so dass man einen schönen Blick aufs Meer hat. Wir hielten immer mal an und machten ein paar Fotos. In Lorne angekommen fuhren wir direkt zum Erskine River Campground. Der Platz war zwar recht voll, aber wir bekamen einen schönen Stellplatz in der Nähe eines kleinen Flusses. Vom Fluss kamen Enten auf den Campingplatz. Wir setzten uns in den Halbschatten, ruhten uns aus und fütterten dabei die Enten. Später gingen wir dann in den Ort. Lorne ist ein schöner kleiner Ort, aber es war recht wenig los. Im der Hochsaison ist dort bestimmt viel los, denn es gibt dort auch einen schönen Strand mit Wellen zum Surfen. Wir bummelten ein wenig im Ort herum, dann gingen wir zurück zum Campingplatz und wollten wieder Barbecue machen. Einer der Barbecuegrills war belegt, aber der andere war frei. Leider war dieser Grill aber auch etwas defekt, so dass es sehr lange dauerte, bis er heiß wurde. Während wir darauf warteten, kamen wir mit dem Australier am anderen Grill ins Gespräch. Er erzählte uns, dass er auf dem Campingplatz Urlaub machte und stellte uns nebenbei seine Familie vor. Natürlich wollte er auch vieles über uns und Deutschland erfahren. Wir erzählten ihm, wie lange wir schon unterwegs waren und was wir alles gesehen hatten. Er riet uns, uns den Otway Fly Tree Top Walk anzusehen, einen Weg auf Stahlbrücken in den Bäumen. Leider lag dieser Weg aber nicht auf unserer Strecke, aber wir bedankten uns trotzdem für den Tipp. Nachdem die Steaks endlich fertig waren, gingen wir zu unseren Camper zurück, um sie dort zu verzehren. Anschließend schrieben wir noch ein paar letzte Ansichtskarten, die wir morgen in Melbourne einstecken wollten.
Sonntag 28. März 2004 Lorne – Melbourne
Nach dem Frühstück fuhren wir noch einmal kurz nach Lorne rein, um etwas einzukaufen. Ich wollte mir unbedingt eine CD mit australischer Musik kaufen und hatte im Besucherzentrum von Lorne welche gesehen. Das führte dazu, dass wir auf der folgenden Strecke mehrmals „Waltzing Matilda“ und andere Stücke hörten. Unser erstes Ziel war Geelong, wo wir aber nur ganz kurz blieben, weil Claudia eine Ansichtskarte von dort verschicken musste (eine Freundin von ihr ist dort geboren). Sonst wären wir dort nicht hingefahren, denn es gab nicht allzu viel zu sehen. Wir fuhren bald weiter nach Melbourne und landeten auf dem Ashley Garden Campground, einem 5 Sterne Campingplatz der Big 4 Gruppe. Wir hatten großes Glück, denn wir bekamen den letzten Platz auf diesem Campingplatz. Das „landeten“ kann man wörtlich nehmen, denn der Platz sieht aus, wie ein Flugplatz und zu unserem Stellplatz wurden wir von einem Angestellten geführt, der in einem Elektromobil unserem Ford Transit vorausfuhr. Obwohl der Platz nicht gerade hübsch war, war er doch sehr luxuriös. Es gab einen schönen Swimmingpool, ein Internetterminal und sogar einen Whirlpool. Da es sehr heiß war, hüpften wir kurz nach unserer Ankunft erst mal in den Swimmingpool. Nachdem wir uns lange genug erfrischt hatten, fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von Melbourne. Es gab eine Bushaltestelle direkt vor dem Campingplatz und diese Linie fuhr bis in die Innenstadt von Melbourne. Wir brauchten also bloß 5 Minuten zu warten und waren nach einer Fahrt von ca. 30 Minuten in der Innenstadt. Melbourne ist eine normale Großstadt, nicht besonders schön, aber auch nicht besonders hässlich. Der Straßenverkehr hielt sich für eine Großstadt in Grenzen, aber es war ja auch Sonntag. In der Innenstadt gibt es viele Hochhäuser und ein wenig erinnerten uns die glasverkleideten Bürotürme an Hongkong. Durch Claudias Buch hatten wir vom Crown Plaza erfahren, einem Komplex mit Spielcasino, Kinos, vielen Geschäften und einem Hotel. Diesen Komplex wollten wir uns als erstes anschauen. Das Plaza befindet sich ein klein wenig außerhalb der Innenstadt, auf der anderen Seite des Yarra River. Wir hätten auch mit der Straßenbahn fahren können, aber wir wollten lieber laufen. Das Crown Plaza ist wirklich sehenswert! In das Spielcasino sind wir leider nicht gegangen, denn mit unseren Trekkingsandalen und T-Shirt wären wir dort sicher nicht reingekommen. Aber die Nobelgeschäfte haben wir uns angesehen. Es gab auch eine Spielhalle mit elektronischen Videospielautomaten, und ich fühlte mich darin, wie in einem Traum und wäre am liebsten dort geblieben. Nachdem wir uns im Plaza umgesehen hatten, gingen wir wieder zurück in die Innenstadt, diesmal in eine der Hauptstraßen, der Swanton Street. Dort war eine Menge los und natürlich haben wir auch wieder Souvenirs und T-Shirts gekauft. Da einkaufen bekanntlich hungrig macht, machten wir eine Pause bei einem Schnellrestaurant und aßen dort Pizzas. Weiter ging es durch Chinatown und dem Griechenviertel von Melbourne, wo gerade ein Straßenfest stattfand. Irgendwann merkten wir, dass wir lange auf den Beinen waren, darum gingen wir zurück zu der Busstation, wo wir angekommen waren und fuhren mit dem Bus zum Campingplatz zurück. Im Camper probierten wir noch schnell unsere T-Shirts an und gingen dann zu Bett.
Montag, 29. März 2004 Melbourne
In der Nacht hatte es geregnet und auch am Morgen sah es so aus, als würde es bald wieder anfangen. Darum blieben wir lange im Bett und frühstückten spät. Da es doch nicht mehr zu regnen schien, fuhren wir wieder mit dem Bus in die Innenstadt. Unser erstes Ziel war diesmal das Immigration Museum. Auch von diesem Museum haben wir durch „Frühstück mit Kängurus“ erfahren. Es war sehr interessant. In einem Raum gab es den Nachbau eines Schiffes mit den Kabinen der Immigranten von Beginn der Besiedelung Australiens bis in die 70er Jahre. Außerdem gab es Berichte und Tonbänder über die Qualen und Entbehrungen der Immigranten. Es gab auch eine kleine Sonderausstellung über die verschiedenen Kochkulturen. Wir blieben lange in dem Museum und haben uns alles angesehen. Danach gingen wir zum Maritime Museum, dass in einem alten Segelschiff untergebracht ist. Im Museum waren wir allerdings nicht, sondern haben nur das Schiff fotografiert. Weiter ging es ins Bankenviertel, wo man auf den höchsten Wolkenkratzer mit einem Fahrstuhl hinauffahren kann. Wir haben das aber nicht gemacht, weil das Wetter nicht so gut war, und wir durch die Wolken nicht allzu viel gesehen hätten. Wir gingen weiter zum Melbourne Central - einem Shoppingcenter - , in dem sich ein alter Pulverturm unter einer Glaskonstruktion befindet und das ein lebhafter Treffpunkt sein soll. Leider wurde das Center zu unserer Zeit aber renoviert, und es war dadurch nicht viel los. Aber den Turm unter der Glaskuppel haben wir gesehen und es sah gut aus. In den unteren Etagen des Einkaufscenters gab es einen Bereich mit mehreren Bäckereien und Fastfoodrestaurants. Dort kauften wir uns ein paar Snacks, die wir draußen auf einer Bank aßen. Anschließend bummelten wir noch etwas durch die Geschäfte (Claudia wollte sich Opale kaufen und ich mir ein Computerspiel – gekauft haben wir beide nichts) und fuhren dann am Nachmittag mit dem Bus zum Campingplatz zurück. Busfahren in Melbourne kann sehr amüsant sein: Ein Fahrer hielt an und verlies den Bus, um sich etwas zu trinken zu holen, ein anderer hielt zwischen den Stationen, um einen Fahrgast aufzunehmen und einer machte die ganze Fahrt über Witze mit einer älteren Asiatin, die die ganze Zeit lautstark mit ihrem Handy telefonierte. Wir gingen noch schnell in der Nähe des Campingplatzes ein paar Lebensmittel kaufen und ruhten uns dann den Rest des Tages auf. Der Aufenthalt in der Stadt war wohl anstrengender als wir gedacht hatten, denn wir gingen früh zu Bett.
Dienstag, 30 März 2004 Melbourne – Phillip Island
Nachdem wir zwei Tage in einer Großstadt verbracht hatten, wollten wir wieder raus aufs Land. Unser Ziel hieß Philipp Island, wo wir abends die Pinguin Parade sehen wollten. Zuerst mussten wir aber dorthin kommen. Das war gar nicht so leicht. Zwar hatten wir gute Straßenkarten, aber leider sind einige Autobahnen in Melbourne Mautstrecken. Es gibt keine Mautstellen, sondern nur Hinweisschilder, dass man jetzt eine Mautstrecke befährt. Aber für das Befahren braucht man eine besondere Karte und die hatten wir natürlich nicht. Das Befahren der Strecken ohne Karte wäre sehr teuer. Leider führte auch der kürzeste Weg nach Philipp Island über so eine Mautstrecke. Wir mussten also immer auf die Warnschilder achten und die Autobahn rechtzeitig verlassen, um uns einen kostenlosen Weg durch die Stadt zu suchen. Irgendwie haben wir es geschafft, auch wenn wir nicht genau wussten, wie wir gefahren sind. Wir kamen außerhalb der Stadt wieder auf die Autobahn nach Philipp Island und waren dann auch bald da. Philipp Island ist eine Insel, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Nah bei der Brücke befindet sich das Besucherzentrum, das wir als erstes ansteuerten. Wir holten uns Informationen und kauften einen Besucherpass für die größten Attraktionen der Insel. Da wir nicht zu früh auf dem Campingplatz sein wollten, fuhren wir gleich eine dieser Attraktionen an: Das Koala Konservation Center. Das Koala Center ist ein eingezäuntes Gebiet, in dem viele Koalas leben. Es gibt Bohlenwege, die manchmal etwas in die Bäume führen, so dass man die Koalas von nahem sehen kann. Da wir Koalas schon auf Kangaroo Island gesehen hatten, waren wir nicht ganz so fasziniert. Hätten wir vorher noch keine Koalas gesehen, wären wir sicher mehr beeindruckt. Aber auch so haben wir mehrere Koalas in den Bäumen gesehen. Nachdem wir die Koalas besucht hatten, suchten wir uns erst mal ein Quartier. Darum fuhren wir zum Anchor Belle Campground in Coves, das erste Mal ein Campingplatz, der nicht zur Big 4 Gruppe gehörte. Der Platz war schön, leise und lag nah am Strand. Wir ruhten uns ein wenig aus, gingen zum Strand und fuhren dann nach Churchill Island. Churchill Island ist eine kleine vorgelagerte Insel, die man über eine kleine Brücke erreicht. Es gibt dort mehrere restaurierte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, die man auch betreten kann. Außerdem kann man auf der Insel sehr viele Vögel beobachten. Leider wurde die Brücke schon um 17 Uhr geschlossen, so dass wir nur ca. eine Stunde hatten, um alles zu sehen. Deshalb mussten wir uns doch leider sehr beeilen. Von Churchill Island aus fuhren wir in Richtung Pinguin Parade. Da die Parade erst gegen 19 Uhr begann, hatten wir noch kurz Zeit, um uns an der Küste die Nobbies anzusehen, Blowholes, wie wir sie schon Cape Bridgewater gesehen hatten. Diesmal war allerdings viel mehr Seegang, und wir sahen das Wasser in meterhohen Fontänen aufsteigen. Dieses Schauspiel war so beeindruckend, dass ich etwas Speicherplatz auf meiner Digitalkamera opfert, um einen kurzen Film damit aufzunehmen. Dann wurde es bald Zeit, die Hauptattraktion von Philip Island zu sehen, die Pinguin Parade. Anfangs waren wir etwas skeptisch, denn es gab dort ein riesiges Besuchergebäude und einen sehr großen Parkplatz, der fast voll war. Da wir den Besucherpass hatten, brauchten wir uns nicht an der langen Schlange für Eintrittskarten anstellen. Im Innern des Besucherzentrums gab es mehrere Geschäfte mit Souvenirs, aber die waren so teuer, dass selbst ich mir nichts gekauft habe. Aber es gab im Gebäude auch viel über die Zwergpinguine zu erfahren. Besonders fasziniert waren wir von Gucklöchern, wo man frisch geschlüpfte Pinguine sehen konnte. Dann wurde es langsam dunkel, und wir gingen über einen Bohlenweg zu den Strandtribünen, um die Pinguine ankommen zu sehen. Die Pinguine kommen jeden Tag nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Meer, um ihre Jungen am Strand zu füttern. Da dies sehr regelmäßig passiert, haben die Betreiber des Besucherzentrums Tribünen am Strand aufgebaut, von denen man die Pinguine gut sehen kann. Die Tribünen sind leider aus Beton und es war recht kalt darauf. Mit einer Lautsprecherdurchsage wurde auf den Beginn der Pinguin Parade hingewiesen, dann wurden alle Lichter gelöscht. Nach ein paar Minuten kamen die ersten Pinguine an den Strand geschwommen. Aber sie gingen nicht etwa sofort an Land, sondern warteten in der Brandung auf andere Pinguine. Erst wenn sich 6 oder 7 Pinguine gesammelt hatten, nahm einer von ihnen seinen Mut zusammen und ging an Land. Manchmal folgten ihm die anderen aber nicht und dann verließ ihn der Mut und er kehrte wieder um. Dies erlebten wir mehrmals und es sah sehr komisch aus. Leider durfte man dabei keine Fotos oder Videoaufnahmen machen, sonst hätte ich es mit meiner Digitalkamera aufgenommen. Die ganze Prozedur dauerte bestimmt 1,5 Stunden. Nachdem scheinbar alle Pinguine an Land waren, gingen wir auch wieder zurück. Von dem Bohlenweg aus konnte man dann die Pinguine von ganz nahem sehen, wie sie weiter ins Landesinnere watschelten. Es war niedlich, diesen 30 cm großen Tierchen zu zusehen. Die Pinguin Parade war wirklich eines der Highlights unseres Urlaubs. Nach den Pinguinen fuhren wir wieder zurück zum Campingplatz. Da wir noch nicht viel gegessen hatten, warfen wir noch ein paar Würstchen und Aussieburger auf den Barbecuegrill.
Mittwoch 31. März 2004 Philip Island - Lakes Entrance
Nach dem Frühstück fuhren wir von Philip Island nach Lakes Entrance. Da wir keinen Stop eingelegt hatten, waren wir schon am frühen Nachmittag dort. Bevor wir uns einen Campingplatz suchten, fuhren wir zum Laden der örtlichen Fischereigenossenschaft. Claudia hatte in einem Reiseführer gelesen, dass man dort sehr günstig frischen Fisch kaufen kann. Wir kauften mehre verschiedene Stücke Fisch (ich weis nicht mehr genau, was für welchen). Dann suchten wir uns einen Campingplatz. Lakes Entrance ist ein Fischerort, der in den Sommermonaten bei den Australiern als Urlaubsort sehr beliebt ist. Dadurch gab es dort mehrere Campingplätze. Da wir mit den Big 4 Plätzen bisher immer gute Erfahrungen gemacht hatten, entschieden wir uns für einen Platz dieser Gruppe. Der Platz war schön, sauber und lag nah am Wasser, so dass wir das Meeresrauschen vom Van aus hörten. Da wir heute genug Zeit hatten, wollten wir mal wieder etwas laufen.
Vor Lakes Entrance befindet sich eine große Halbinsel, die zum Ninety Miles Beach gehört. Die Halbinsel kann man gut über eine Brücke erreichen und dann in einem dreistündigen Fußmarsch umrunden. Genau das richtige für uns. Zuerst wollten wir aber den Strand sehen. Es war ein breiter langer Sandstrand. Leider war das Wetter nicht so gut, sonst wären wir vielleicht sogar ins Wasser gegangen, aber so setzten wir uns nur in den Sand und hörten dem Meeresrauschen zu. Dann umrundeten wir die Halbinsel. Wir gingen an der Stadt zugewandten Seite einen schmalen Pfad entlang bis zur Spitze der Halbinsel. An der Spitze steht ein kleiner Leuchtturm, der gleichzeitig die Hafeneinfahrt von Lakes Entrance markiert. Vom Turm aus gingen wir über den Sandstrand zurück. Diese Wanderung hatte uns hungrig gemacht, da war es gut, dass wir den Fisch für´s Abendessen schon gekauft hatten. Für´s Essen brauchten wir aber noch ein paar Zutaten, darum gingen wir noch schnell in einen Supermarkt. Als wir aus dem Supermarkt wieder heraus kamen, erlebten wir einen wunderschönen roten Sonnenuntergang. Da waren wir uns sicher, dass das Wetter wieder besser werden würde. Wir gingen zurück zum Campingplatz und bereiteten den Fisch zu. Nachdem wir satt waren (der Fisch war wirklich sehr lecker), bummelten wir noch mal kurz in den Ort und riefen unsere Eltern mal wieder an.
Donnerstag, 1. April 2004 Lakes Entrance – Batemans Bay
Diesmal stand wieder eine längere Strecke auf dem Programm. Darum fuhren wir schon recht früh los. Wir fuhren an der Küste entlang und unser erster Stop erfolgte erst nach 4 Stunden Fahrt in dem Örtchen Eden. Eden ist ein großer Fischereihafen, aber es gab nicht allzu viel zu sehen, so dass wir schnell weiterfuhren. Claudia war vom Fahren genervt und wollte eine Pause machen. In Merimbula sollte es laut Reiseführer einen schönen Strand geben, also fuhren wir bis dorthin weiter. Leider schien der Reiseführer nicht zu stimmen, denn der Strand in Merimbula war nicht sehr schön. Claudia war jetzt noch mehr genervt. Mir kam die Idee am Besucherzentrum des Ortes nachzuschauen, ob das der richtige Strand ist, denn unsere Reiseführer hatten bisher immer recht gehabt. Tatsächlich befindet sich der schöne Short Point Beach etwas außerhalb des Ortes. Darum fuhren wir dorthin. Der Strand war sehr einsam und es gab ein paar Holzliegen, auf denen wir uns ausruhten. Da das Wetter auch wieder viel besser war, ging Claudia ins Wasser. Ich war dazu zu faul und lies mir stattdessen lieber die Sonne auf den Bauch scheinen. Wir blieben 2 Stunden am Strand, dann fuhren wir weiter. Ich war gerade mal ein kleines Stück gefahren, da merkte ich erst, dass ich meine Strandsandalen noch an hatte, mit denen ich nur schlecht autofahren kann. Ich hielt kurz am Straßenrand an, um mich umzuziehen. Durch Zufall hatte ich genau unter einem Baum gehalten, in dem bestimmt 50 bunte Papageien saßen. Das war ein schöner Anblick. Da wir nun wieder ausgeruht und entspannt waren, ging der Rest der Strecke bis Batemans Bay viel leichter. Wir kamen erst spät in Batemans Bay an. Es wurde auch schon langsam dunkel, als wir zum Campingplatz fuhren. Da es nur noch wenige Kilometer bis zum Campingplatz waren, wollte ich dafür nicht extra das Licht einschalten. Vermutlich verdanke ich dadurch meine Begegnung mit der australischen Polizei, denn wir wurden bei einer Kontrolle heraus gewunken, und ich musste in ein Röhrchen pusten. Natürlich hatte ich nichts getrunken, aber ich schaltete dann doch für die letzten Meter das Licht an. Wir nahmen wieder den Big 4 Campingplatz in Batemans Bay, denn wir hatten mit Plätzen dieser Gruppe keine Enttäuschungen erlebt. Auch dieser Platz war recht klein, aber sauber und ruhig. Da es relativ spät war, machten wir erst unser Barbecue und gingen dann nach dem Essen in den Ort. Batemans Bay ist ein größerer Urlaubsort, in dem während der Hochsaison bestimmt das Leben tobt. Aber zu unserer Zeit war nur noch wenig los.
Freitag 2. April 2004 Batemans Bay – Goulbourn
Die Nacht in Batemans Bay war kurz. Schon um 6 Uhr morgens wurden wir durch lautes Vogelgezwitscher geweckt. In einem der Bäume auf dem Campingplatz nisteten nämlich die gleichen Papageien, die wir auch schon in Merimbula gesehen hatten. Ganz so schlimm war das aber nicht, denn wir hatten an diesem Tag sowieso viel vor und mussten relativ früh aufbrechen. Wir wollten uns erst die Hauptstadt Australiens, Canberra, ansehen und von da aus nach Goulbourn fahren. Aber zuerst mussten wir in Batemans Bay noch tanken. Nur fanden wir keine Tankstelle, aber bis zum nächsten Ort vor Canberra (Braidwood) waren es nur 50 Kilometer und unser Tank war noch viertel voll. Wir hatten uns die Strecke auf der Karte angesehen, aber leider hatten wir nicht beachtet, dass die Straße durch ein Gebirge führt. Dadurch verbrauchte unser Transit natürlich weitaus mehr Diesel als eingeplant. Zu dem fing es schon kurz nach Beginn unserer Fahrt zu regnen an. Als ob das nicht reichte, lag im Gebirge auch noch dichter Nebel mit einer Sichtweite unter 50 Metern. Das Schicksal wollte es auch noch, dass Claudia diese Strecke fahren musste (wir wechselten uns immer ab und diesmal war sie vormittags dran). Wir krochen also die Straße hoch, immer ein Auge auf den Tankanzeiger gerichtet, der nach einiger Zeit auch noch rot leuchtete, was bedeutet, dass nur noch 5 Liter Diesel im Tank sind. Ich sah uns schon im Regen am Straßenrand stehen und ein Auto anhalten oder 20 Kilometer zu Fuß zur nächsten Tankstelle laufen, um dort einen Kanister Treibstoff zu kaufen. Claudia war noch genervter und rastete fast aus. Wir waren unglaublich froh, als wir den höchsten Punkt des Passes erreicht hatten, und es nur noch bergab ging. Jetzt zeigte auch der Tankanzeiger nicht mehr rot, und wenn uns der Sprit ausgegangen wäre, hätten wir zumindest erst mal rollen können. Hinter dem Gebirge besserte sich auch das Wetter und der Nebel verzog sich. Mit jedem Kilometer, dem wir uns der nächsten Tankstelle näherten, wurde unsere Laune besser, und wir waren bald sicher, dass wir es bis Braidwood schaffen würden. Wir schafften es tatsächlich und hielten an der ersten Tankstelle an, ohne auf den Benzinpreis zu achten. Wir tankten randvoll und laut Betriebsanleitung unseres Autos, hatten wir wirklich nur noch 5 Liter im Tank gehabt. Nun war wieder alles in Ordnung und je näher wir Canberra kamen, desto besser wurde auch das Wetter. Wir kamen bei strahlendem Sonnenschein in Canberra an. In vielen Reiseführern wird erwähnt, dass das Straßensystem von Canberra sehr kompliziert sein soll und aus vielen Einbahnstraßen und Kreisverkehren besteht. Es ist tatsächlich kompliziert, aber mit ein bisschen logischem Denken kamen wir doch im Zentrum der Stadt an. Zuerst fuhren wir allerdings einmal rund um das Parlamentsgebäude, das wir uns später ansehen wollten. Wir suchten uns erst mal einen Parkplatz in der Nähe der Innenstadt. Canberra ist eine Retortenstadt, die erst 1930 oder so geplant und erbaut wurde. Es gibt daher keinen alten Stadtkern, sondern alles wirkt sehr modern. Leider wirkt alles auch sehr steril. Wir suchten zuerst die Fußgängerzone in der Stadtmitte auf. Dort war zwar etwas mehr los, aber es erinnerte mehr an eine normale Einkaufsstraße und nicht an die lebendigen Innenstädte der australischen Städte, die wir vorher besucht hatten. Es gab nichts zu sehen, darum fuhren wir wieder in die Nähe des Parlamentsgebäudes. Das neue Parlamentsgebäude ist ein beeindruckender Bau, mit einem begrünten Dach, das man auch betreten kann. Über dem Gebäude weht eine riesige australische Flagge. Um das Gebäude zu betreten, mussten wir eine Sicherheitskontrolle passieren und konnten uns dann überall im Gebäude umsehen. Wir sahen den Sitzungssaal des australischen Parlaments und die Galerie mit Bildern der Premierminister. Dann fuhren wir mit dem Fahrstuhl auf das Dach. Von dort hat man eine gute Sicht über die Stadt. In der Entfernung sahen wir auch das Australian War Memorial, das ich gerne besichtigen wollte. Nachdem wir also den Parlamentariern aufs Dach gestiegen waren, fuhren wir zum Memorial. Das Australian War Memorial ist eigentlich eine große Gedenkstätte für alle Australier, die in irgendeinem Krieg gefallen sind. Es gibt eine große Schweigehalle und Tafeln mit den Namen aller Gefallenen. Außerdem gibt es ein großes Militärmuseum, in dem Ausrüstung und Uniformen aus allen Kriegen ausgestellt sind. Es gab Dioramen, die die Schlachten des ersten Weltkrieges darstellten, viele Fahr- und Flugzeuge aus dem zweiten Weltkrieg, einen Panzer aus dem Vietnamkrieg und etwas über den Golfkrieg und die aktuellen Einsätze der australischen Armee. Zu vielen Konflikten wurden auch Filme und Multimediabeispiele gezeigt, so konnte man die Seeschlacht zwischen der SMS Emden und der HMAS Sydney minutiös verfolgen oder an einem Bombereinsatz im zweiten Weltkrieg virtuell teilnehmen. Das Museum war zwar interessant, aber es wurde manchmal zu sehr heroisiert. Aber wahrscheinlich sieht das ein Australier anders. Wir blieben lange im Museum, und ich konnte mir mal die Objekte „live“ ansehen, die ich sonst nur aus Battlefield 1942 kenne. Nachdem wir aus dem Museum kamen, wollten wir noch eine Kleinigkeit essen, aber die Cafes des Museums hatten alle schon zu. Bei unserer Suche nach einem anderen Cafe in der Nähe sahen wir zum ersten und einzigsten Mal einen Cockaburra, einen Vogel, den es nur in Australien gibt und der darum so was wie ein Wappentier ist. Außerdem sahen wir auf einer Wiese drei Kakadus. Ich versuchte sie mit Brot zu füttern, aber sie waren zu scheu oder schon satt. Wir aßen etwas im Van und fuhren dann weiter nach Goulburn, wo wir nur auf dem Campingplatz übernachten wollten. Bei Dunkelheit kamen wir in Goulburn an und buchten wieder auf dem Big 4 Campingplatz. Wir hatten mit den Big 4 Plätzen immer gute Erfahrungen gemacht, aber dieser Platz war eine Enttäuschung. Wir bekamen einen Stellplatz direkt an der befahrenen Umgehungsstraße von Goulburn. Dadurch war es sehr laut. Außerdem war der Platz nicht gerade sauber. Von allen Plätzen hat es uns hier am wenigsten gefallen (vielleicht war der Platz in Apollo Bay noch schlechter, aber dort war es durch das Festival auch sehr voll). Zumindest gab es eine Waschmaschine, so dass wir noch unsere Wäsche waschen konnten, bevor wir früh ins Bett gingen.
Samstag, 3. April 2004 Goulburn – Katoomba
Wir wurden durch das Motorengeräusch schon früh geweckt. Das war nicht ganz so schlimm, denn wir wollten sowieso früh los. Unser letzter Stop mit dem Van sollte Katoomba in den Blue Mountains sein. Dort wollten wir zwei Tage bleiben und dann den Wagen in Sydney abgeben. Da es keine direkte Strecke von Goulburn aus gab, mussten wir erst Richtung Sydney fahren und dann erst in die Blue Mountains. Wir merkten schon, dass es Wochenende war, denn auf der Strecke ab Sydney nahm der Verkehr zu. Als wir uns Katoomba nährten, kamen wir zum ersten Mal in unserem Urlaub in einen Stau. Aber es dauerte nicht lange, dann floss der Verkehr wieder. Gegen Mittag kamen wir in Katoomba an, einem der größeren Orte in den Blue Mountains. Wir buchten gleich zwei Nächte auf dem Katoomba Falls Caravan Park und waren überrascht, dass überhaupt noch etwas frei war. Der Caravan Park liegt nur fünf Minuten zu Fuß von der Station der Scenic Railway, einer Seilbahn, die über den Regenwald fährt. Außerdem führt ein Weg vom Campingplatz zu den Katoombawasserfällen und zu dem Wahrzeichen der Blue Mountains, den Three Sisters. Die Three Sisters sind drei Felsnadeln, die sich über den Regenwald erheben. Nachdem wir uns auf dem Campingplatz eingerichtet hatten, wollten wir diesen Weg gehen. Der Weg war gut ausgebaut und führte am Rand eines Abhanges entlang. Unterwegs kamen wir an einem kleinen Wasserfall und an mehreren Aussichtspunkten vorbei, von denen man einen tollen Blick über den Regenwald hat. Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir den Echopoint, die Stelle von der man den besten Blick auf die Three Sisters hat. Hier gab es auch ein großes Besucherzentrum. Viele Tagesausflügler aus Sydney kamen hierher, um von dort einen Weg zu den Three Sisters zu machen. Wir setzten uns erst mal auf eine Bank und genossen den Ausblick von hier. Dann gingen wir ins Besucherzentrum, weil wir uns eine Wanderkarte kaufen wollten, um morgen eine lange Wanderung zu unternehmen. Plötzlich merkte Claudia, dass unsere Kamera weg war. Das wäre sehr schade, denn sie hatte mir die Kamera erst zu Weihnachten geschenkt, und es war auch noch ein angefangener Film drin. Claudia glaubte, sie auf der Toilette des Besucherzentrums vergessen zu haben, aber da war sie nicht. Sie suchte draußen vor dem Center weiter, und ich fragte währenddessen am Schalter, ob jemand eine Kamera abgegeben hatte. Das war aber nicht der Fall. Als ich wieder raus kam, kam mir Claudia freudestrahlend entgegen. Sie hatte die Kamera wieder. Eine australische Touristin hatte sie gefunden und Claudia wiedergegeben. Wir bedankten uns herzlich für diese Ehrlichkeit. Claudia bekam von mir die Order, die Kamera nur noch mit einer Kordel um den Hals zu tragen, damit sie sie nicht mehr vergisst. Sie hat es den ganzen Rest des Urlaubs getan. Nachdem wir uns wieder beruhigt hatten, wollten wir auch den Weg zum Fuß der Three Sisters gehen. Leider war der Weg aber wegen Erosion gesperrt, so dass wir wieder umkehren mussten. Vom Echopoint gingen wir in den Ortskern von Katoomba. Dabei kamen wir an einer Straße mit vielen schönen B&B Pensionen vorbei, wo wir gern übernachtet hätten, wenn wir nicht unser Campingmobil gehabt hätten. Im Ort wollten wir noch ein paar Kleinigkeiten für das Frühstück morgen und übermorgen kaufen, aber wir fanden keinen Supermarkt. Es gab zwar viele verschiedene Geschäfte, aber Hinweise auf einen Supermarkt fanden wir nicht. Darum kauften wir das Nötigste bei einem kleinen Tante Emma Laden, der Rund um die Uhr geöffnet hat. Wir bezahlten doppelt so viel wie in einem Supermarkt. Fünf Minuten später fanden wir dann einen riesigen Supermarkt in der Parallelstraße. Dort kauften wir dann alle Sachen, die uns in dem anderen Laden zu teuer und darum nicht unbedingt nötig waren. Unter anderem kauften wir Steaks vom Rind, Schwein und Känguru, die wir auf dem Barbecue Grill grillen wollten. Als wir nach der Wanderung wieder zum Campingplatz zurück kamen, war der Barbecueplatz leider belegt. Deshalb musste Claudia die Steaks in der Pfanne braten. So schmeckten sie auch gut und besonders das Känguru war sehr lecker. Nach dem Essen wollten wir noch mal zum Aussichtspunkt auf die Three Sisters gehen, denn sie werden bei Dunkelheit mit Scheinwerfern angestrahlt, und das wollten wir fotografieren. Aber leider war es zu diesig, um noch ein schönes Foto zu machen. Vielleicht könnten wir das Foto ja am nächsten Tag machen?
Sonntag, 4. April 2004 Katoomba
Es regnet! Schon in der Nacht hatte es angefangen zu regnen und am Morgen hatte es sich dann richtig eingeregnet. Zudem war auch noch sehr dichter Nebel, so dass wir die Fotos höchstwahrscheinlich vergessen konnten. Da bei dem Wetter auch ans Wandern nicht zu denken war, blieben wir lange im Bett und hofften, dass es nach dem Frühstück vielleicht aufhören würde. Leider regnete es weiter, so dass unsere Wanderpläne buchstäblich ins Wasser fielen. Wir überlegten kurz, ob wir den Campingplatz verlassen sollten und unsere letzte Nacht in einem anderen Ort verbringen sollten, wo das Wetter besser ist. Weil wir aber nicht sicher sein konnte, ob es woanders wirklich besser sein würde, blieben wir dort.
Da man bei dem Wetter kaum laufen wollte entschieden wir uns dazu, zu einem Tierpark in der Nähe von Sydney zu fahren. Aber der Nebel war so dicht, dass wir schon nach 10 Minuten Fahrt zum Campingplatz zurückkehrten. Wir mussten sowieso den Wagen auf die morgige Abgabe vorbereiten, und das konnten wir auch im Regen machen. Dadurch sparten wir uns zumindest den Weg in die Waschanlage, denn wir haben den Van einfach so gewaschen. Anschließend haben wir im Innenraum aufgeräumt und unsere Taschen so weit wie möglich gepackt. Weil wir nicht den ganzen Tag im Auto verbringen wollten, entschieden wir, mit einer Seilbahn hinunter in den Regenwald zu fahren. Ab der Bergstation der Scenic Railway fährt nämlich auch eine Seilbahn und eine Standseilbahn in den Regenwald hinunter. Da es zur Station nur 5 Minuten zu Fuß waren, zogen wir unsere Regenjacken über und hofften, dass wir unter den Blättern des Regenwaldes halbwegs trocken blieben. Beinahe wären wir doch nicht gefahren, denn unsere Schuhe waren so nass, dass Claudia in der Bergstation auf der Treppe ausrutschte und sich einen großen blauen Fleck holte. Trotzdem fuhren wir dann mit der Standseilbahn hinunter. Das machte viel Spaß, denn die Bahn geht fast senkrecht hinunter. Leider dauerte die Fahrt nur 3 Minuten. Unten gab es mehrere Rundwege die durch den Regenwald führten. Es waren glücklicherweise Bohlenwege, so dass wir nicht durch den Morast stapfen mussten. Zwar war es unter den Bäumen etwas trockener, aber manchmal kam der Regen doch durch. Am Wegesrand gab es immer wieder Schilder mit Erklärungen der Bäume. Selbst bei diesem Sauwetter war es interessant. Nachdem wir genug gelaufen waren und gesehen hatten, fuhren wir mit der Seilbahn wieder hoch. Um uns aufzuwärmen tranken wir im Besucherkiosk noch einen Capuccino. Dann ging es zurück zu unserem Van. Da es auch am Nachmittag nicht aufhörte zu regnen verbrachten wir den Rest des Tages mit lesen im Van. Wir gingen früh zu Bett und hofften, dass wir in Sydney besseres Wetter haben würden.
Montag, 5. April 2004 Katoomba – Sydney
Nach unserem letzten Frühstück im Van fuhren wir nach Sydney, um dort unser Campingmobil abzugeben. Die Station von Kea befindet sich in den Außenbezirken von Sydney, so dass wir mit dem großen Ford Transit nicht durch die Innenstadt mussten. Wir gaben den Wagen ab, und eine deutsche Angestellte kontrollierte, ob mit dem Wagen alles in Ordnung war. Es hatte keine Probleme gegeben. Sie bot uns an, uns zum Bahnhof fahren zu lassen oder uns ein Taxi zu rufen. Da wir 5 Reisetaschen und Handgepäck hatten, entschieden wir uns fürs Taxi. Nach ein paar Minuten kam das bestellte Taxi und ein ruhiger asiatischer Fahrer fuhr uns direkt zum Hotel. Das Hotel liegt in der Innenstadt von Sydney. Deshalb brauchten wir recht lange und die Fahrt kostete auch 70 australische Dollar. Das Simpsons of Potts Point ist ein sehr schönes Hotel mit nur 10 Zimmern in einer alten Villa aus dem 19. Jahrhundert. Das es ein familiäres Hotel ist, merkten wir sofort als wir das Gebäude betraten und uns der Hotelmanager Keith nach unseren Vornamen fragte. Er war sehr freundlich und half uns unsere Sachen auf das schöne Zimmer zu tragen. Er zeigte uns die Einrichtung und lies uns dann erst mal allein, damit wir uns frisch machen konnten. Wir sollten uns später bei ihm melden, er würde uns dann ein paar Tipps für die Stadt geben. Erst mal hüpften wir aber unter die Dusche und genossen es, endlich mal wieder in einem richtigen Bett zu liegen. Wir ruhten uns lange aus, dann gingen wir runter zu Keith. Dabei sahen wir uns das Hotel genauer an. Man hatte eher den Eindruck bei einem reichen Australier im 19. Jahrhundert zu Gast zu sein, als in einem Hotel. Alles war sehr geschmackvoll eingerichtet, und es gab einen großen Salon mit einer weichen Ledercouch und einem Kamin. Es gab auch keine Zimmernummern, denn die Zimmer hatten Namen. Wir wohnten in Caroline´s Room, unter dem Dach. Das einzige moderne war der Internetterminal, der für alle Gäste zugänglich war. Wir meldeten uns bei Keith, und er gab uns viele Tipps und Informationsmaterial. Er zeichnete uns auch den besten und den schönsten Weg in die Innenstadt auf. Als wir gehen wollten, fragte er uns noch, ob wir das Bridgeclimbing auf der Harbour Bridge machen wollen. Wir wollten es nicht, denn es war uns zu teuer. Er erzählte uns, das andere Gäste daran teilgenommen hatten und schenkte uns zwei Freikarten für den Aufstieg auf den Brückenpylon. Er meinte, von dort hätte man eine genauso gute Sicht. Wir holten schnell unsere Kameras, dann ging es los. Als wir das Haus verließen, bemerkten wir neben der Eingangstür eine Messingplakette, die darauf hinwies, dass das Haus 1892 für ein Mitglied des australischen Parlaments gebaut wurde und das es unter Denkmalschutz steht. Keith hatte uns den Weg in die Innenstadt gut beschrieben und dabei erklärt, dass wir zuerst die Treppe runter zum Wasser müssten, denn das Viertel, in dem unser Hotel stand, lag etwas oberhalb der Stadt. Die Treppe hatte 120 Stufen und obwohl wir in Berlin im Dachgeschoss wohnen, machten uns der Aufstieg am Abend immer schwer zu schaffen. Unten ging unser erster Weg zu einem Hotdogstand, der sogar in unserem Reiseführer erwähnt war. Gleich neben dem Hotdogstand begann die Wharf, ein ehemalige Halle für Fischauktionen, die mittlerweile zu einer Anlage mit Luxuswohnungen und guten aber teueren Restaurants umgebaut wurde. Keith hatte uns erzählt, dass der Schauspieler Russell Crowe dort wohnt, aber gesehen haben wir ihn nicht. Am Anleger dort lagen mehrere Jachten, die den Reichtum der Anwohner bestätigten. Weiter ging es einen schönen Weg am Wasser entlang bis wir zu einem bekannteren Aussichtspunkt kamen, Miss Mcquires Chair. Dort gibt es in den Felsen so etwas wie einen Stuhl, von dem man einen schönen Blick auf die Hafenausfahrt hat. Wir gingen unseren Weg weiter und sahen nach wenigen Metern die berühmtesten Wahrzeichen Sydneys: die Harbour Bridge und die Oper. Es war wirklich toll diese Bauwerke mal live zu sehen. Leider war das Wetter noch etwas diesig, so dass wir erst mal nur ein paar Fotos mit der Digitalkamera machten. Aber wir nahmen uns vor, hierher zurückzukommen, wenn das Wetter besser werden würde. Außerdem wollte Claudia unbedingt noch Nachtaufnahmen mit Stativ machen, wenn die Brücke, die Oper und die Skyline angestrahlt werden. Der Weg führte weiter durch den Botanischen Garten. Hier gab es viele alte Bäume und viele Vögel. Nach 15 Minuten Fußweg waren wir dann am Cicular Quay bei der Oper. Wir umrundeten die Oper, setzten uns aber vorher erst mal auf die Stufen zum Eingang, um ein Foto zu machen. Am Quay war trotz des Wetters (zwar kam die Sonne langsam durch, aber gelegentlich gab es heftige Regenschauer) eine Menge los. Dort fahren nämlich auch die Fähren für Hafenrundfahrten und Fahrten zu den anderen Ortsteilen ab. U.a. fährt ab dort auch eine Fähre zum Manley Beach, wo wir am nächsten Tag hinwollten. Erst einmal machten wir eine Pause bei McDonalds, wo wir in einem Gewinnspiel den Gutschein für einen BigMac gewannen. Damit war unser Essen für den nächsten oder übernächsten Tag klar. Weiter ging es nach „The Rocks“, dem ältesten Stadtteil Sydneys. Auf dem Weg dorthin wurden wir leider von einem Regenschauer überrascht und mussten uns unterstellen. Als der Regen etwas nachgelassen hatte, gingen wir schnell zum Besucherzentrum in the Rocks. Dort holten wir uns weiteres Informationsmaterial über die Stadt. Anschließend wollten wir uns etwas ansehen, auf das wir uns schon die ganze Zeit gefreut haben: Das berühmte Aquarium von Sydney. Das Aquarium befindet sich am Darling Harbour. Wir hätten dort mit einer Fähre oder mit dem Bus hinfahren können, aber da wir gern zu Fuß gehen, liefen wir. Es war weiter, als es auf der Karte ausgesehen hatte. Wir hätten den Weg abkürzen können, wenn wir durch die Innenstadt gelaufen wären, aber wir wollten lieber am Wasser lang. Der Weg am Wasser war aber nicht schön, denn meist war die Sicht auf den Hafen durch Industriegebäude verstellt. Nach ca. einer dreiviertel Stunde kamen wir am Aquarium an. Es war mittlerweile schon 18 Uhr, aber das Aquarium hat bis 22 Uhr oder noch später geöffnet. Weil wir nicht wussten, ob wir mit unseren Kameras Fotos machen können, kauften wir uns an der Ticketkasse noch ein Buch mit Fotos und Erklärungen zu den Fischen. Im vorderen Bereich des Aquariums gab es mehrere kleinere Becken mit vielen Fischen. In einem größeren Becken gab es auch ein Schnabeltier zu sehen, eine der Tierarten, die es nur in Australien gibt. Wir blieben vor jedem Becken stehen und sahen den Fischen zu. Etwas im Innern des Aquariums gab es ein großes Terrarium, in dem die gefährlichen Salzwasserkrokodile waren. Dort konnte man auch eine Treppe hoch gehen, um von oben auf die Krokodile sehen zu können. Hier zeigte sich wieder einmal der ungewöhnliche Humor der Australier: Statt einem Schild mit der Aufschrift „Gefahr! Nicht zu weit hinüberlehnen!“ stand dort ein Schild etwa mit der Aufschrift“ Wenn dich der Sturz nicht umbringt – das Krokodil tut es auf jeden Fall!“. Wir haben uns daran gehalten. Dann kamen die Höhepunkte des Aquariums. Drei 25 Meter lange Becken durch die Glastunnel führten, so dass die Fische um einen herumschwammen. In einem Becken waren mehrere Robben, denen man beim schwimmen zusehen konnte. Im zweiten Becken gab es viele kleinere Fische, die in Schwärmen schwammen. Am faszinierendsten war aber, das Becken, in dem mehrere Große Haie, Rochen und Meeresschildkröten waren. Dort im Tunnel hielten wir uns sehr lange auf und sahen den großen Tieren zu. Es war schon toll, zu sehen wie ein 3 Meter langer Hai über einem schwimmt oder wie ein riesiger Rochen durchs Wasser gleitet. Danach waren wir von den kleineren Becken nicht mehr so beeindruckt, obwohl es auch nach den großen Becken noch viel zu sehen gab. Unter anderem haben wir Nemo in einem Becken gefunden. Am Ausgang des Aquariums gab es einen großen Souvenirshop, aber die Artikel waren so teuer, dass wir nichts gekauft haben. Wir gingen durch die Stadt zurück zu dem Aussichtspunkt, an dem wir am Nachmittag schon mal waren. Mittlerweile war es dunkel, und wir hatten einen schönen Blick auf die beleuchtete Brücke, Oper und die Skyline von Sydney. Wir machten ein paar Fotos mit der Digitalkamera, denn wir wussten nicht, ob das Wetter morgen Abend noch so klar wäre. Dann wollten wir nämlich noch einmal hierhin kommen, und Claudia wollte ihre große Kamera und das Stativ mitnehmen, um Nachtaufnahmen zu machen. Von unserem Hotelmanager hatten wir erfahren, dass es in der Nähe unseres Hotels viele kleine Pensionen gibt, wo Rucksacktouristen übernachten. In dieser Gegend könne man auch gut und günstig essen gehen. Da wir großen Hunger hatten, gingen wir noch zu einem kleinen Pizzaservice und aßen dort Salamipizzen. Dann gingen wir zurück ins Hotel.
Dienstag, 6. April 2004 Sydney
Das Frühstück im Hotel war zwar ohne Schinken und Eier, aber ansonsten umfangreich. Da es sehr schönes Wetter mit strahlendem Sonnenschein war, gingen wir zum Fähranleger den Weg, den wir gestern schon mal gegangen waren. Am Aussichtspunkt hielten wir wieder an und machten noch mehr Fotos von der Brücke und der Oper. Heute wollten wir mit der Fähre zum Manley Beach fahren. Die Fahrt dauerte ca. 30 Minuten und man hat dabei eine schöne Sicht auf den Hafen von Sydney. Vom Fähranleger in Manley führt der Weg durch eine Fußgängerzone zum Strand. In dieser Fußgängerzone gibt es viele Geschäfte, die Souvenirs und Kleidung verkaufen. Wir kauften dort mehrere kleine Andenken, u. a. Platzdeckchen mit Fotos von Sydney, Kugelschreiber mit der Aufschrift Australia, Kekse in Koalaform, logischerweise T-Shirts und, um unsere Souvenirs verstauen zu können, eine weitere Reisetasche. Ich wollte Claudia eigentlich einen Bikini mit der australischen Fahne schenken, aber ich wusste ihre Größe nicht (sie wollte sie mir nicht sagen, denn sie meinte, sie wäre zu dick für so einen knappen Bikini – was natürlich nicht stimmt). Voll bepackt kamen wir am Strand an. Am Manley Beach war sehr viel los und es gab schöne Wellen. Viele Leute lagen am Strand in der Sonne, aber um ins Wasser zu gehen, gab es zu große Wellen und es war vielen bestimmt auch zu kalt. Wir setzten uns an die Strandpromenade und sahen den Surfern zu. Dabei fütterten wir die Möwen mit den Koalakeksen. Wir gingen an der Promenade zum Shelley Beach, wo man besser baden konnte, denn dort gab es keine so großen Wellen. Nachdem wir uns dort ein wenig umgesehen hatten, gingen wir wieder zurück zur Fußgängerzone, um dort noch etwas zu essen, bevor wir mit der Fähre zurückfuhren. Nachdem wir wieder am Circular Quay an der Oper angekommen waren, wollten wir endlich mal über die Harbour Bridge laufen. Der Weg auf die Brücke führt durch den Stadtteil the Rocks, wo wir am Abend noch mal hin wollten, um dort essen zu gehen. Wir überquerten einmal die Brücke, dann bestiegen wir den Brückenpylon, für den wir Freikarten geschenkt bekommen hatten. Von dort oben hat man eine tolle Sicht auf die Stadt und den Hafen von Sydney. Es war nur etwas niedriger als der höchste Punkt der Brücke. Wir sahen auch Gruppen, die auf die Brücke kletterten. Aber uns waren diese 100 Euro einfach zuviel. Da die letzten Tage doch anstrengend waren, gingen wir erst mal zurück zum Hotel, um zu duschen und uns auszuruhen. Erst am Abend gingen wir wieder los. Claudia hatte ihr Stativ und ihre große Kamera eingepackt, und wir fotografierten vom Aussichtspunkt aus noch mal schöne Nachtaufnahmen. Außerdem machten wir ein Selbstporträt mit der Brücke und der Oper im Hintergrund. Wir riefen mal wieder bei unseren Eltern an, um zu erzählen, wie gut es uns gefällt. Dann gingen wir weiter zu the Rocks, um dort Essen zu gehen. Leider fanden wir kein schönes Restaurant, denn entweder war es schon zu, sah nicht gut aus oder war einfach zu teuer. Ich hätte vielleicht noch weiter gesucht, aber da Claudia genervt war, wäre sie nie zufrieden gewesen. Also gingen wir zurück zum Circular Quay und setzten uns dort in ein Restaurant. Wir bestellten zwei Grillteller, die zwar riesig und lecker waren, aber auch nicht ganz billig. Satt gingen wir wieder zurück zum Hotel.
Mittwoch, 7. April 2004 Sydney
Nach dem Frühstück ging es zuerst in den Botanischen Garten, der auf unserem gewohnten Weg in die City lag. Der Eintritt für den Garten ist frei. Es gibt dort viele schöne Bäume und Pflanzen zu sehen, und man kann sich prima auf die Wiese legen und das schöne Wetter genießen. Noch mehr als die Pflanzen faszinierten uns aber die Papageien und Kakadus. Wir hatten etwas Brot dabei und wollten sie füttern, auch wenn das eigentlich nicht erlaubt ist. Kaum hatten wir uns den Vögeln genähert, kamen sie auch schon angeflogen, setzten sich auf unsere Schultern und fraßen uns aus der Hand. Das gab lustige Fotos. Leider hatte die Fotobatterie meiner Kamera den Geist aufgegeben, so dass wir nur mit der Digi Fotos machen konnten. Nachdem wir unser Brot verfüttert hatten, gingen wir weiter durch den Park in die Innenstadt von Sydney. Auf den Straßen war viel los. Wir bummelten durch die großen Kaufhäuser und Einkaufspassagen. Gekauft haben wir aber nur die Fotobatterie. Durch Zufall kamen wir am Aufgang zum Telstra-Tower vorbei, von dem man bestimmt eine schöne Sicht auf Sydney hat. Da der Turm bis 23 Uhr geöffnet hat, beschlossen wir abends dort hinaufzufahren. Weiter durchs Bankenviertel ging es zum Darling Harbour. Dort befindet sich das Maritime Museum, das wir uns ansehen wollten. Zum Museum gehören auch mehrere Schiffe, die man besichtigen kann. U.a. waren das die James Craig, ein großes Segelschiff, die HMAS Vampire, ein älterer Zerstörer und die HMAS Onslow, ein U-Boot aus den sechziger Jahren. Wir besuchten zuerst das U-Boot. Es war schwer durch die engen Luken zu klettern, und ich musste im ganzen Boot immer mit eingezogenen Kopf laufen. Aber es war sehr interessant und man konnte z. B. durch das Periskop sehen und die engen Kabinen der Mannschaft ansehen. An Bord waren mehrere ehemalige Matrosen, die einem alles erklärten. Wir hätten nicht gedacht, dass es so eng in einem U-Boot ist. Als wir danach den Zerstörer erforschten, kam uns alles riesig vor. Wir waren schon mal in London auf einem Kreuzer, darum war die HMAS Vampire für uns nicht ganz so interessant, wie das U-Boot. Wir hätten an einer Führung durch den Zerstörer teilnehmen können, aber dazu hätten wir eine halbe Stunde warten müssen, und das wollten wir nicht. Darum erkundeten wir das Schiff auf eigene Faust. Blieb noch das Segelschiff. Auf der James Craig gab es wieder eine Führung. Dabei wurde erklärt, wie das Leben an Bord früher war und wie das Schiff restauriert wurde. Besonders interessant fanden wir, dass das Schiff auch jetzt noch häufig segelt und dass man dann mitfahren kann. Nachdem wir uns die Schiffe angesehen hatten, sahen wir uns die großen Ausstellungshallen an. Dort gab es viele Schiffsmodelle und andere maritime Gegenstände zu sehen. Wir hatten leider nicht genug Zeit, um uns alles genau anzusehen, darum gingen wir durch die Hallen relativ schnell. Direkt vor dem Museum gibt es eine Haltestelle der einspurigen Magnetschwebebahn, die in einem kleinen Rundkurs durch die Innenstadt von Sydney fährt. Wir fuhren diese Runde einmal ab. Bei der zweiten Runde stiegen wir in der Nähe von Chinatown aus. Eigentlich durfte man nur eine Runde fahren, aber man hätte es auch nicht viel länger in dem Wagon ausgehalten, denn die Klimaanlage war auf eiskalt eingestellt. Chinatown von Sydney war nicht ganz so schön, wie wir es uns vorgestellt hatten, darum blieben wir nicht lange dort, sondern kauften uns nur ein paar Snacks. Diese wollten wir dann im Chinesischen Garten essen, aber da man für den Garten Eintritt zahlen muss und der Garten schon um 18 Uhr schloss, wollten wir nicht für eine halbe Stunde bezahlen. Darum aßen wir vor dem Garten. Nun war es Zeit, wieder ins Hotel zurück zu kehren und uns etwas auszuruhen. Eigentlich wollten wir mit einer Fähre zum Circular Quay fahren und von dort aus laufen, aber da wir auf die Fähre lange warten hätten müssen, liefen wir gleich die ganze Strecke. Im Hotel ruhten wir uns aus, bis es dunkel wurde. Nach Einbruch der Dunkelheit machten wir uns auf dem Weg zum Telstra Tower. Wir fuhren mit dem Fahrstuhl auf den Turm und hatten eine wundervolle Sicht auf das beleuchtete Sydney. Es war gut, dass wir erst bei Dunkelheit hier hinaufgefahren waren, denn es war wirklich wunderschön. Zur Fahrt auf den Turm gehört auch eine Multimediashow im Fuß des Turmes. Dort gab es ein 180° Kino, in dem man die Geschichte Australiens wortwörtlich miterleben konnte. Claudia hat diesen Teil der Show nicht gut vertragen und war froh, als es vorbei war. Nachdem sich ihr Magen wieder beruhigt hatte, gingen wir noch mal zum Darling Harbour. Wir hatten dort am Nachmittag viele kleine Restaurants mit Blick auf den Hafen gesehen. Wir entschieden uns fürs Blackbird Cafe. Hier gab es wieder die typischen riesigen Aussieportionen und alles schmeckte sehr gut. Leider war es auch nicht ganz billig, aber da es unser letzter Abend war, wollten wir uns noch mal was gönnen. Nach dem Essen gingen wir zurück ins Hotel.
Donnerstag, 8. April 2004 Sydney – Berlin
Der letzte Tag in Australien. Irgendwie wollten wir es nicht wahrhaben, dass unser schöner Urlaub nun vorbei sein sollte. Aber es war nun mal so. Nach dem Frühstück packten wir unsere vier Reisetaschen (von der kaputten Tasche hatten wir uns getrennt). Da unser Flug erst am Nachmittag ging, durften wir unsere Sachen bis dahin im Hotelzimmer lassen. Nachdem wir gepackt hatten, machten wir noch einen letzten Abschiedsbesuch im Botanischen Garten. Wir setzten auf eine Bank und genossen die Sonne. In Berlin würde es zu dieser Zeit 15 Grad kälter sein. Wir besuchten auch wieder die Kakadus und verfütterten unser letztes Brot. Dann warfen wir einen letzten Blick auf die Brücke und die Oper, und gingen zurück zum Hotel, um unsere Sachen zu holen und uns ein Taxi rufen zu lassen. Als wir im Hotel ankamen, war unser Gepäck schon unten, denn unser Zimmer wurde schon früher benötigt. Das war aber nicht so schlimm, weil wir ja schon alles gepackt hatten. Wir ließen uns ein Taxi rufen und warteten dann vor dem Hotel. Die Taxifahrt war sehr amüsant, denn der Fahrer war sehr gesprächig und wollte viel über Deutschland und unsere Reise wissen. Claudia war davon überrascht, dass ich so gut englisch sprach, denn normalerweise führt sie die Gespräche. Als wir dann einchecken wollten, kam es zur Katastrophe: Wir hatten mehr als 20 KG Übergepäck! Das hätte uns pro KG mehrere hundert Dollar gekostet. Also mussten wir vieles umpacken und uns von einigen unwichtigen Dingen trennen. Nach dieser Aktion waren unsere Koffer etwas leichter, aber unser Handgepäck so schwer, dass man es kaum noch anheben konnte. Wir stellten uns also wieder am Schalter an und diesmal war unser Gepäck wohl noch akzeptabel. Leider bekamen wir jetzt für den Flug von Hongkong sehr schlechte Plätze. Wir mussten genau in der Mitte sitzen, neben jeden von uns saß jemand, so dass wir keinen direkten Zugang zum Gang hatten. Weil wir aber immer noch zuviel Gepäck hatten, wollten wir lieber nichts sagen. Das Umpacken hatte uns doch recht viel Zeit gekostet, so dass wir uns beeilen mussten, um noch im Duty Free Shop etwas kaufen zu können. Zuerst mussten wir aber durch die Sicherheitskontrolle. Hier gab es noch ein Problem: Beim Umpacken hatten wir aus versehen unser Nageletui ins Handgepäck getan. Da man aber Nagelfeilen und -scheren nicht ins Flugzeug nehmen darf, mussten wir sie wegwerfen. Claudia war nun völlig mit den Nerven fertig, darum ging ich allein schnell zum zollfreien Einkauf und dann bestiegen wir den Flieger. Der Flug nach Hongkong verging relativ schnell, denn nach dem Stress vor dem Abflug waren wir doch froh, uns durchs Bordprogramm ablenken zu lassen. In Hongkong hatten wir nur kurz Aufenthalt. Der Flug von Hongkong nach London war nicht so schön. Da wir in der Mitte saßen, wollten wir nicht so häufig aufstehen, wie wir es auf dem Hinflug getan hatten. Ich hatte richtig dicke Unterschenkel vom langen sitzen. Außerdem konnten wir beide kaum schlafen. Die meisten Filme im Bordprogramm kannten wir auch schon, und da es dunkel war und unsere Sitznachbarn schliefen, konnten wir nicht mal lesen, um uns die Zeit zu vertreiben. Als wir endlich in London ankamen, waren wir froh, dass wir es nun fast geschafft hatten. Durch die Zeitverschiebung gab es auf dem Flug von London nach Berlin wieder Frühstück, so dass uns der Kaffee etwas wachmachte. Aber wir sahen bestimmt schlimm aus, als wir wieder in Berlin-Tegel landeten. Während wir auf unsere Koffer warteten, sahen wir schon Claudias Eltern vor dem Ausgang des Ankunftsraumes stehen und winken. Meine Eltern hatten schon vorher gesagt, dass sie keine Zeit haben würden uns abzuholen. Unsere Koffer kamen schnell und Claudias Eltern freuten sich, ihre Tochter und mich endlich wiederzuhaben. Sie fuhren uns zu unserer Wohnung. Während der Fahrt erzählten wir ihnen alles, was wir erlebt hatten. Wieder zu Hause riefen wir kurz meine Eltern an, öffneten unsere Reisetaschen und legten uns dann erst mal mehrere Stunden schlafen.
Der Urlaub war so schön, dass wir jedem nur raten können, einmal nach Australien zu fliegen. Wir können uns vorstellen, irgendwann noch mal dorthin zu fliegen.
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